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Die Kapazitäten der Labore reichten nicht aus.

Schule

Lehrer müssen länger auf Corona-Testergebnis warten

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Lehrerinnen und Lehrer können kostenlos einen Corona-Test machen lassen. Doch sie müssen länger auf ein Ergebnis warten als andere. Wegen der Post.

Seit Montag vergangener Woche können sich Lehrkräfte freiwillig und kostenlos auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Einige Lehrerinnen und Lehrer sind aber nun über lange Wartezeiten auf das Ergebnis beunruhigt. Sie fürchten, im Falle einer Infektion unwissentlich andere in der Schule anzustecken. So wurde ihnen von Ärzten mitgeteilt, dass es mindestens fünf, wenn nicht sogar bis zu zehn Tage dauern könne, bis das Testergebnis da sei, weil die Proben auf dem Postweg ins Labor geschickt werden müssten.

Das werden sie auch. Die Arztpraxen senden die Proben per DHL an ein Labor in Frankfurt. „Man muss die Postlaufzeit dazuaddieren“, sagt Philipp Bender, Sprecher im hessischen Kultusministeriums, „aber das Ergebnis sollte nach 72 Stunden vorliegen.“ Sicher müsse sich auch bei den Tests das Verfahren noch einspielen, aber bisher sei im Ministerium nichts von Problemen bekannt. Es gebe auch keine Kapazitätsengpässe im Labor, „es scheint eigentlich zu funktionieren“.

Bis Dienstagabend haben sich etwa 3200 der rund 60 000 hessischen Lehrkräfte testen lassen. Um die Tests zu ermöglichen, hat das Kultusministerium mit der Kassenärztlichen Vereinigung Vereinbarungen geschlossen. Die Lehrkräfte können den Test in jeder Vertragspraxis, die sich an den Testungen beteiligt, alle 14 Tage vornehmen lassen.

Einheitliches Verfahren

Die Proben von Lehrkräften aus ganz Hessen werden dann per Post in ein Labor in Frankfurt geschickt. Ärzte arbeiten ansonsten meist mit eigenen Laboren zusammen, die in der Regel einen Kurierdienst anbieten. So ist die Probe schneller im Labor. „Das Finanzielle ist zwar nicht das Entscheidende bei dem Testangebot, das ist alles schon sehr teuer“, sagt Bender. Doch ein Kurier müsse eben auch noch einmal mehr bezahlt werden. Außerdem hat man sich ganz bewusst für nur ein Labor für alle entschieden. „Wir wollten ein landesweit einheitliches Verfahren“, sagt Bender. Zudem habe man sicherstellen wollen, dass auch genügend Testkapazitäten zur Verfügung stünden. Das sei in dem Labor in Frankfurt der Fall. „Und mit einem einzigen Labor ist auch der Verwaltungsaufwand geringer.“

Lehrkräfte könnten auch in den Testcentern Abstriche machen lassen. „Aber wir haben den Lehrkräften gerade empfohlen, andere Wege zu nutzen“, sagt Bender – eben einen Arzt aufzusuchen. Denn die Testcenter seien mit den Reiserückkehrern schon sehr ausgelastet.

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