Mit Hasenohren gegen die Schulöffnungen.  
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Mit Hasenohren gegen die Schulöffnungen.  

Protest

Lehrer demonstrieren gegen Schulöffnung vor den Ferien

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Die vollständige Öffnung der Grundschulen stößt beim Lehrpersonal auf Kritik.

Mit Hasenohren dürften wohl die wenigsten Schüler ihre Lehrer schon gesehen haben: Gut 100 Lehrerinnen und Lehrer sind einem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt, um gegen die vollständige Öffnung der Grundschulen ab dem kommenden Montag zu protestieren. Auf dem Frankfurter Opernplatz demonstrierten sie am Freitagnachmittag mit Schildern wie „1,5 Meter bei Aldi, null Meter in der 1c“. Viele von ihnen trugen Hasenohren.

In der vergangenen Woche hatte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) angekündigt, dass in den letzten beiden Schulwochen vor den Sommerferien in den Grundschulen wieder weitgehend normaler Unterricht ohne Einhaltung der Abstandsregeln stattfinden soll, dafür aber nur in den Klassenverbänden (siehe Infobox). Die Öffnung biete die Möglichkeit, bis zu den Sommerferien wichtige Erfahrungen für das kommende Schuljahr zu sammeln, heißt es in dem betreffenden Schreiben an die Schulleiter.

Genau das stört die Lehrkräfte. „Herr Lorz nimmt uns als Versuchskaninchen“, sagte Laura Preusker, Vorsitzende der GEW Frankfurt, auf der Demonstration. „Die Eltern dürfen sich entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken, die Lehrer dürfen sich nicht entscheiden, ob sie unterrichten.“ Außerdem bemängelte sie schlechte Hygienebedingungen an den Schulen: „Wo ist denn die Seife, Herr Lorz? Sanieren Sie endlich unsere Schulen!“

Regelung für Schüler verwirrend

Auch für die Schülerinnen und Schüler sei die neue Regelung verwirrend. „Einer meiner Schüler sagte mir: ‚Ab Montag gibt es kein Corona mehr‘“, erzählte Preusker, die an der Münzenbergerschule in Eckenheim unterrichtet. Die Kinder hätten sich inzwischen an das Abstandhalten gewöhnt.

Auch Elina König, Lehrerin an der Grundstufe der Georg-Büchner-Schule in Bockenheim, kann mit der neuen Regel nichts anfangen. „Wir hatten das Schuljahr bis zu den Sommerferien schon geplant“, sagte König gegenüber der FR.

Absurd werde die Situation an der Georg-Büchner-Schule auch dadurch, dass sie eine Integrierte Gesamtschule mit Grundstufe sei. „An der Gesamtschule gelten dann andere Regeln als bei uns“, sagte König.

Währenddessen ist an einer Frankfurter Grundschule ein Corona-Fall bekannt geworden. Wie die hessenschau gestern berichtete, sind aber keine Schüler betroffen. Die infizierte Person habe jedoch Kontakt zu Lehrern und der Schulleitung gehabt. Weil nun die betroffenen Lehrer in Quarantäne sind, müssen ab Montag vier Klassen weiterhin zuhause bleiben.

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