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54 Prozent der Lehre wird an der Frankfurter Musikhochschule durch Lehrbeauftragte gestemmt.
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54 Prozent der Lehre wird an der Frankfurter Musikhochschule durch Lehrbeauftragte gestemmt.

Musikhochschule

Lehrbeauftragte sind frustriert

  • Johannes Vetter
    VonJohannes Vetter
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Die Lage der Lehrbeauftragten an der Musikhochschule ist prekär. Sie erhalten nur geringe Honorare und wissen nicht, ob ihre Verträge verlängert werden. Die Gräben zwischen ihnen und der Hochschulleitung sind tief.

Seit Jahren wird an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst intensiv über die Situation der Lehrbeauftragten diskutiert. Kürzlich sorgte der Fall David Petersen für Wirbel: Nach zwölf Jahren an der Musikhochschule hatte der Lehrbeauftragte keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Petersen inszenierte seinen Abgang öffentlichkeitswirksam mit einem Abschiedskonzert der Solidarität für alle von Entlassung bedrohten Lehrkräften an Musikhochschulen. Als Reaktion auf die daraufhin erneut entflammte Debatte hatte Thomas Rietschel, Präsident der Frankfurter Musikhochschule, für den Dienstagabend zur öffentlichen Diskussionsveranstaltung in seine Hochschule eingeladen.

Wenngleich alle Diskutanten die Wichtigkeit von gemeinsamen, sachdienlichen Gesprächen betonten: Über die tiefen Gräben zwischen Lehrbeauftragten und Hochschulleitung konnte das am Dienstagabend nicht hinwegtäuschen. Zaghaft waren die Versuche, die verhärteten Fronten aufzuweichen.

Für die etwa 350 Lehrbeauftragten der Musikhochschule saß Betty Nieswandt auf dem Podium. Seit neun Jahren sei sie Lehrbeauftragte an der Hochschule, erläuterte sie gleich zu Beginn der Veranstaltung. Neun Jahre, in denen es keinerlei Gehaltserhöhung gegeben habe. Seit nunmehr 30 Jahren hätten sich die Honorare kaum verändert, kritisierte Nieswandt. Maximal acht Semesterwochenstunden bei einer Entlohnung von 33 oder 40 Euro pro Stunde, ohne dass Beratungsgespräche, Organisatorisches und ein Teil der Prüfungsvorbereitungen für die Studierenden berechnet würden; hinzu die Ungewissheit, ob der Lehrauftrag auch im Folgesemester erteilt wird. All das trage dazu bei, dass sie sich nicht ausreichend wertgeschätzt fühle von der Hochschule, sagte Nieswandt.

Mehr Festanstellungen

„Dann haben wir ein Problem“, räumte Hochschulpräsident Rietschel auf dem Podium ein. Trotzdem ließ er in der Diskussion durchblicken, dass die Hochschulleitung zu substanziellen Veränderungen nicht bereit ist. Stattdessen verteidigte Rietschel die Hochschulstrategie, Etat-Erhöhungen vom Land lieber in feste Stellen zu investieren. Deshalb würden heute nur noch 54 Prozent der Lehre durch Lehrbeauftragte gestemmt; es seien einmal 64 Prozent gewesen. Diesen Weg wolle das Präsidium weitergehen, so Rietschel.

Sebastian Michaeli, der für den Asta auf dem Podium saß und sich mit den Lehrbeauftragten solidarisierte, betonte, dass er keinen Unterschied in der Qualität der Lehre zwischen Lehrbeauftragten und Festangestellten sehen könne. Studierende aus dem Publikum pflichteten ihm bei.

Henriette Meyer-Ravenstein, die als Vertreterin der Professorenschaft zur Debatte eingeladen war, unterstrich die Langlebigkeit des Diskurses um die Lehrbeauftragten. Schon als sie selbst vor 25 Jahren als Lehrbeauftragte angefangen habe, sei diese Diskussion in ähnlicher Weise geführt worden. Sie wird wohl nicht abebben. „Ich nehme heute Abend mit, dass wir im Gespräch bleiben müssen“, sagte Nieswandt am Ende.

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