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Geldbörse mit Kleingeld

FR-Altenhilfe

Leeres Portemonnaie zur Monatsmitte

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Der gelernte Kaufmann Wilhelm R. muss viel Geld für seine Gesundheit ausgeben und freut sich über die Unterstützung der FR-Altenhilfe.

Schon Mitte November wird bei Wilhelm R. das Geld knapp. „Ich habe nur noch drei  Euro bis Monatsende“, sagt der 75-Jährige. Neben seiner regulären Rente bekommt er auch die Grundsicherung im Alter – es reicht trotzdem nicht.

Ein Grund dafür ist, dass R. sehr oft zum Arzt muss. Er hat Probleme mit seinen Zähnen, der Lunge und den Augen. Regelmäßig nimmt er Sprays und Tropfen ein. Immer häufiger muss er seine Medikamente selbst zahlen: „Man bekommt nur noch die grünen Rezepte!“

Für andere Dinge bleibt ihm deshalb kaum noch etwas übrig. „Meine letzte Reise ist über 20 Jahre her“, sagt der Rentner. Als vor einiger Zeit seine Tante starb, habe er nicht mal nach Berlin zu ihrer Beerdigung fahren können.

Mitten in den Kriegsjahren kam R. dort zur Welt. Seine Kindheit verbrachte er jedoch in der Rhein-Main-Region; zunächst in Wiesbaden, dann in Frankfurt-Nied und schließlich in der Römerstadt. Hier lebt R. bis heute – und will auf gar keinen Fall weg: „Einen so alten Baum verpflanzt man nicht mehr!“

Im Gespräch wird deutlich, wie stark R. familiär geprägt ist. „Wir wurden autoritär erzogen“, sagt er über sich und seine zwei Geschwister – und findet das ausdrücklich gut. Alkohol und Zigaretten waren abgesehen von besonderen Anlässen tabu, weil „mit einem Gläschen fängt schließlich jeder an.“

Überhaupt hatte er eine sehr enge Beziehung zu seinen Eltern. Bis zu ihrem Tod in den 1990er Jahren lebte er mit ihnen in derselben Wohnung, die er noch heute gemietet hat. Sein Vater war Ingenieur, seine Mutter blieb als Hausfrau daheim. „Weil ich mich um alles sorge, darum habt ihr es so schön!“, habe sie laut dem 75-Jährigen immer gesagt.

R. selbst bildete sich Anfang der 1960er Jahre zum Einzelhandelskaufmann aus – in einem echten Tante-Emma-Laden: „Ich habe noch gelernt, Butter zu durchschneiden, Hefe zu wiegen und Kaffee abzufüllen.“ Nicht nur an dieser Stelle wird der Rentner nostalgisch.

„Das war eine Hilfsbereitschaft!“, sagt R. etwa über seine Zeit in Nied. Als Kind konnte er dort barfuß umherhüpfen, von Fröschen über Libellen bis hin zu Molchen „gab es alles“. Im Taunus durfte sich seine Familie mit Erlaubnis des Försters sogar einen eigenen Lagerplatz einrichten. Manchmal ging es auch weiter weg: Urlaub an Alpenseen und der deutschen Küste.

Heute wäre er schon froh, die Weihnachtsgeschenke für seine Geschwister bezahlen zu können. Die Altenhilfe der Frankfurter Rundschau hilft ihm dabei. „Ich freue mich sehr über dieses Geld“, sagt R.

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