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Leben in luftigen Höhen in Frankfurt

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Von: Oliver Teutsch

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Der Blick von der Gemeinschaftsterrasse des Grand Tower auf das alte Polizeipräsidium und die Matthäuskirche.
Der Blick von der Gemeinschaftsterrasse des Grand Tower auf das alte Polizeipräsidium und die Matthäuskirche. © Monika Müller

Die neuen Wohntürme Grand Tower und Eden bieten spektakuläre Ausblicke aus teuren Quartieren

Einen solchen Ausblick gab es früher nur von der Kuppel des Fernsehturms aus. Jetzt sieht man vom 40. Stock des Grand Tower die Nachbarschaft, die Stadt, das Umland. Ob die Skyline, die einfahrenden Züge in den Hauptbahnhof, das Stadion im Stadtwald oder direkt unten die prosperierende Europa-Allee und die Dächer des Einkaufszentrums Skyline Plaza: Wer in Deutschlands höchstem Wohnturm residiert, hat alles im Blick. Der große Balkon der Vierzimmerwohnung im 40. Stock ist 28 Quadratmeter groß. Und es gibt zusätzlich noch einen kleinen Balkon. Auch vom Inneren der Wohnung aus ist der Ausblick fantastisch.

Der Immobilienvermarkter JLL hat zu einem Rundgang durch zwei seiner Vorzeigeprojekte eingeladen, der Grand Tower am Güterplatz und der nur einen Steinwurf entfernte begrünte Wohnturm Eden. Der 172 Meter hohe Grand Tower ist seit Ende 2019 bewohnbar, im 98 Meter hohen Eden, Europas höchstem begrünten Wohnturm, sollen die ersten Wohnungen Ende dieses Jahres übergeben werden.

Der Rundgang ist keine Verkaufsshow, denn die durchgängig teuren Eigentumswohnungen sind keine Ladenhüter. Der Vertrieb der 418 Wohnungen im Grand Tower begann im März 2016. „Schon im Dezember 2016 waren 275 Wohnungen verkauft“, berichtet Sayes Gomez, der für den Vertrieb zuständig ist. Derzeit stünden nur eine Handvoll Wohnungen zum Verkauf.

Natürlich sind die Wohnungen in den unteren Etagen weniger sexy. Aber auch wer dort wohnt, kann die vielen Vorzüge des exklusiven Grand Tower genießen. Dazu gehört eine große Aussichtsterrasse im 43. Stock und der „Grand Garden“ im siebten Stock. Hier können es sich die Hausbewohner an Wasserflächen auf beschatteten Liegen bequem machen oder eine große Gemeinschaftsküche benutzen und an Tischen picknicken. Wer urbanes Leben mag, wird sich hier wohlfühlen.

„Die Leute schätzen die zentrale Lage“, sagt JLL-Managerin Jennifer Panten. Der Hauptbahnhof ist zu Fuß in fünf Minuten erreichbar, das Einkaufszentrum Skyline Plaza nur ein paar Schritte entfernt und mittelfristig wird hier die U-Bahn-Linie 5 halten.

Der Wohnturm Eden ist nicht ganz so exklusiv wie der Grand Tower, bietet aber andere Annehmlichkeiten. Allen voran die Begrünung. 200 000 Pflanzen wurden in die Fassade und in der Lobby integriert, 15 verschiedene Pflanzenarten, die teilweise auch blühen. „Das rettet nicht das Weltklima, aber verbessert das Mikroklima“, so Managerin Panten, die in 90 Meter Höhe auch schon Hummeln gesichtet hat. Die von einer holländischen Firma angelegten Pflanzen sind robust und werden über ein Bewässerungssystem versorgt.

Im Außenbereich des Hochhauses gibt es große Regenwasserzisternen. Über Pumpen gelangt das Wasser nach oben. Neben dem verbesserten Mikroklima kann sich die Hausgemeinschaft des Eden auch über einen privaten Fitnessraum und einen eigenen Spielplatz im Innenhof freuen. Auch im Eden ist der Großteil der Wohnungen, zwischen 30 und 200 Quadratmeter, bereits verkauft.

Bei der Stadt Frankfurt hält sich der Jubel über solche exklusiven Wohntürme in Grenzen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hatte schon nach der Fertigstellung des neuen Henninger Turms moniert, dass abends die meisten Fenster dunkel blieben. Zu häufig würden solche Luxuswohnungen als reine Anlage- oder gar Spekulationsobjekte genutzt und nicht zum Wohnen. Dies allerdings ist kein reines Phänomen von Wohnhochhäusern, überall in der Stadt stehen Luxuswohnungen leer, da sie sich ungenutzt teurer weiterverkaufen lassen.

Im Grand Tower gibt es Leben. Das beweisen die vielen Pakete und Päckchen, die sich in der Lobby stapeln und vom Concierge für die Bewohner in Empfang genommen und aufbewahrt werden. Doch wie viele der 418 Wohnungen aktuell tatsächlich bewohnt werden, lässt sich schwer sagen. Unter der Käuferschaft befinden sich laut Projektentwickler GFP 140 Menschen mit asiatischen Wurzeln und etwa genauso viele aus 31 anderen Ländern weltweit. Etwa ein Drittel der Kaufenden sei aus Frankfurt und der Region. Die Hälfte etwa sei Eigennutzer, die andere Hälfte Kapitalanleger. Doch wer von diesen die Wohnung vermietet oder leer stehen lässt, ist unklar. Die Vierzimmerwohnung im 40. Stock war bisher noch nicht bewohnt. Der ursprüngliche Käufer, ein deutscher Anleger, will sie jetzt weiterverkaufen.

Der Blick aus einer Wohnung des Grand Tower im 40. Stock, Richtung Westen.
Der Blick aus einer Wohnung des Grand Tower im 40. Stock, Richtung Westen. © Monika Müller
Die Pflanzen im Wohnturm Eden trotzen Wind, Wetter und den Jahreszeiten.
Die Pflanzen im Wohnturm Eden trotzen Wind, Wetter und den Jahreszeiten. © Monika Müller
Die Balkongeländer sind extra hoch und schützen so auch beim Sitzen vor Wind.
Die Balkongeländer sind extra hoch und schützen so auch beim Sitzen vor Wind. © Monika Müller

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