Halbmarathon

Laufen in Zeiten des Virus

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
    schließen

Laufverein hofft auf Teilnehmerrekord bei Halbmarathon. Wegen des Corona-Virus werden besondere Vorkehrungen getroffen.

Alles war angerichtet für eine Rekordveranstaltung. Um noch mehr Läufer an die Startlinie des beliebten Halbmarathons rund um das Waldstadion zu bringen, hat der Laufverein Spiridon sogar eigens die Laufstrecke gedreht und die Verpflegungsstände vergrößert. Die Teilnehmerzahl, bislang immer auf 6500 Läuferinnen und Läufer begrenzt, konnte so auf 8500 aufgestockt werden und wurde bei den Voranmeldungen auch erreicht. Die Vorfreude von Spiridon-Chef Thomas Rautenberg fällt jedoch etwas verhalten aus: „Die Anmeldezahlen sprechen für einen Teilnehmerrekord, aber ich glaube noch nicht recht dran.“

Der Grund für Rautenbergs Skepsis ist das Coronavirus. Auf seiner Website weist Spiridon darauf hin, dass das Frankfurter Gesundheitsamt „in keiner Weise von der Durchführung abgeraten hat“. Rautenberg betont aber: „Das heißt nicht, dass man sich keine Sorgen um seine Gesundheit machen muss.“ Die Teilnahme am Halbmarathon sei „eine höchstpersönliche Entscheidung“, so Rautenberg.

Das Rennen

Für Kurzentschlossenehält der Veranstalter am Sonntag ab 8 Uhr noch 500 Starttickets zum Preis von 35 Euro parat. Die Elite startet um 10 Uhr, der Hauptlauf um 10.05 Uhr.

Straßenbahnen und Busseverkehren wegen des Laufs am Sonntag zwischen 10 und 13 Uhr in Teilen Sachsenhausens und Niederrads nur eingeschränkt. Für eine bequeme Anreise empfiehlt der RMV Läufern und Zuschauern die S-Bahn-Linien S7, S8 und S9 oder die Straßenbahnlinie 21. 

2017 trafen rund 5400 Sportlerinnen und Sportler die Entscheidung, die 21,1 Kilometer lange Strecke in Angriff zu nehmen, so viele wie noch nie zuvor oder danach. Der Anteil derer, die sich vorher online anmelden, aber dann doch nicht an den Start gehen, liegt immer bei rund 20 Prozent. Er könnte diesmal höher liegen, fürchtet Rautenberg.

Für diejenigen, die an den Start gehen, wollen die Veranstalter zusätzliche Maßnahmen treffen, um eine Übertragung des Virus zu vermeiden. So geben die Helfer die Verpflegung in Einweghandschuhen aus, von Läufern nach dem Trinken wieder abgestellte Becher werden von einem dafür eingeteilten Helfer entsorgt und das alkoholfreie Bier wird nicht in Becher gefüllt, sondern wartet, bis sich die Teilnehmerinnen selbst eine Flasche schnappen.

Die Elite wird wohl auf den Griff zur Bierflasche verzichten und ist laut Rautenberg stark vertreten. 112 der gemeldeten Starter geben eine Laufzeit von unter 90 Minuten an. Vielleicht liegt die große Resonanz daran, dass die Strecke nach der Drehung schneller sein soll. Denn die Nadelöhre direkt nach dem Start und am Golfplatz gibt es nicht mehr, die ersten 18 Kilometer der Strecke hat das Feld nun viel Auslauf. Zudem ist die Strecke neu vermessen und genügt jetzt dem höchsten Vermessungsstandard.

„Es kann jetzt endlich auch Weltrekord gelaufen werden“, freut sich Rautenberg. Nun müssen die Läufer nur noch zum Start am Sonntag um zehn Uhr antreten.

Kommentare