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Albert Ernst gibt eine Corona-Zeitschrift heraus. Dieser Herr kommt auch drin vor.

Corona-Homestory

Vom Tun und Lassen in Corona-Zeiten

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Neue Tipps und Anti-Tipps für Daheimbleibende. Warum nicht mal den „größten Mediziner aller Zeiten“ auf den Arm nehmen?

Liebe lyrische Leserinnen und Leser, schon klar – die Geister, die wir riefen. In dieser Rubrik sind ein, zwei kurze Gedichte aufgetaucht, eben weil Menschen gern dichten. Besonders wenn sie zu Hause bleiben müssen, viel Zeit haben, und anderen Menschen, die ebenfalls zu Hause bleiben müssen, einen guten Rat geben wollen, was sie zu ihrer eigenen Unterhaltung tun können, nämlich: dichten.

Es ist allerdings so, dass in der Frankfurter Rundschau keine Gedichte gedruckt werden – und so halten es eigentlich auch fast alle anderen Tageszeitungen. Eiserner Grundsatz. Ausnahmen gab es nur für unseren einstigen Chef Karl Gerold, aber das ist schon ein paar Jährchen her. Pardon also, dass wir von unserem Prinzip in Einzelfällen abgewichen sind und damit Nachahmer motiviert haben. Eine Bitte: Schicken Sie keine Gedichte mehr für die Rubrik Homestory. Aber schicken Sie bitte sehr gern weitere gute Tipps fürs Dasein daheim.

Albert Ernst, seines Zeichens unter anderem diplomierter Designer, nutzt die Gelegenheit, um eine eigene Zeitschrift herauszugeben. Besser gesagt: Titelblätter bekannter oder weniger bekannter Medien, die er mit seinen eigenen Ansichten zur Lage gestaltet.

Da taucht beispielsweise der US-Präsident als „Der GröMaZ“ auf, als „größter Mediziner aller Zeiten“, und darunter sind die Therapien, die er zur Bewältigung der grassierenden Krankheit empfiehlt (oder auch nicht): „Sagrotan im Blut, Fön im Hals, Stroh im Kopf, Matsch in der Birne“. Bei anderer Gelegenheit leiht er sich das Layout einer Boulevardzeitung und stellt die These auf, dass wir nun „alle Beatles“ würden, weil die Frisörläden geschlossen sind, vermarktet sich selbst als „Der Influenza“ oder stellt auf dem Titel einer Weinzeitschrift sein(en) „Corona Kabinett“ vor: ein Cuveé aus „Bairischem Stinkstiefel, Gießener Einfalt, Saarlouisiana, Trockenem Hamburger, Völklinger Hüttenkäse, Ottensteiner Zwitscherer“. Dazu die Charakterköpfe der passenden Bundespolitikerinnen und -politiker. Die Zuordnung überlassen wir gern Ihnen.

Sozusagen einen Anti-Tipp für die Beschäftigung daheim hat eine Kollegin, die vorsorglich nicht mit ihrem Namen genannt werden möchte (warum, haben wir auch nicht verstanden …). Der Ratschlag lautet: „Jetzt bloß nicht renovieren!“ Die Einzelheiten: „Ich hatte zwar fünf Tage Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen, erstmals seit unserem Einzug vor 19 Jahren unser Wohnzimmer mit Küche zu streichen. Meine schlimmsten Erwartungen wurden übertroffen. Du schreibst ja in der Serie leider nur, wie sich die Leute die Langeweile mit Basteln, Nähen, Renovieren und so weiter vertreiben. Ich würde gerne den Tipp geben: Lasst die Hände von Bohrmaschine, Pinsel, Schere und Nadel. Ihr bekommt nur Rücken. Und Muskelkater. Oder fallt von der Leiter.“

Gute Besserung, liebe Kollegin. Das sind alles Beschwerden, die gehen wieder vorbei. Glauben wir jedenfalls. Und beherzigen lieber den guten Hinweis, es gleich sein zu lassen. Sollten Sie ebenfalls Empfehlungen haben, was man jetzt tun oder doch lieber geflissentlich unterlassen sollte, wie gesagt: immer gern her damit. Wir sammeln unter der E-Mail-Adresse online@fr.de.

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