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Seit einem Jahr bringen die Aktivisten und Aktivistinnen von Fridays for Future die Proteste auf die Straße.

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Langer Atem statt spektakulärer Aktionen

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Die „Fridays for Future“ sollten sich nicht zu sehr auf die Wirkung von Hungerstreiks und ähnlichen provokanten Aktionen verlassen. Ein Kommentar.

Es ist verständlich, dass unter den Aktivistinnen und Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung derzeit der Frust umgeht. Seit einem Jahr bringen sie unter enormem Kraftaufwand Proteste auf die Straße, für viele ist es die erste Erfahrung in praktischer Politik. Und obwohl sie viel für ihr Engagement gelobt werden, aus dem Frankfurter Magistrat ebenso wie von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sieht es nicht danach aus, als werde ernsthaft politisch umgesteuert, um die Erwärmung des Weltklimas zu begrenzen.

Angesichts dieser Lage kann es kaum verwundern, dass Teile der Bewegung schon darüber nachdenken, ob sie zu spektakuläreren Mitteln greifen sollten. Und da die ebenfalls global agierende Klimaprotestgruppe „Extinction Rebellion“ schon auf Hungerstreiks setzt, die aufwendig für die sozialen Medien in Szene gesetzt werden, liegt es nahe, sich daran ein Vorbild zu nehmen.

Doch die Fridays for Future sollten sich davor hüten: Hungernde und selbst zusammenklappende Leute ändern nichts daran, dass es für einen echten Kurswechsel in der Klimapolitik nicht nur entschlossene Regierungen, sondern einen radikalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft braucht. Und der ist nicht nur schwer durchzusetzen, sondern auch kaum in wenigen Jahren zu erreichen. Wenn sie Erfolg haben wollen, werden die Fridays for Future noch lange Zeit einen kühlen Kopf und Kraft für Proteste benötigen. Sie müssen sich darauf einstellen, einen langen Atem zu brauchen.

Auf eine radikale Form des Protests greift nun eine Aktivisten aus Frankfurt zurück: „Fridays for Future“ in Frankfurt: Hungerstreik für den Klimaschutz.

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