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Die Schüler der GBS proben Georg Büchners „Leonce und Lena“ für die Jubiläumsfeier.

Georg-Büchner-Schule Frankfurt

Der lange Weg zur integrierten Gesamtschule

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Die Georg-Büchner-Schule in Bockenheim wird 50 Jahre alt. Inzwischen lernen alle Kinder gemeinsam an der integrierten Gesamtschule. 

Eigentlich gab es schon immer die Idee, dass die Georg-Büchner-Schule in Bockenheim eine integrierte Gesamtschule (IGS) sein soll. Auch vor 50 Jahren, als sie gegründet wurde. „Aber die Idee wurde nicht umgesetzt“, sagt die jetzige Schulleiterin Hilde Zeyen. Denn da gab es bereits die Ernst-Reuter-Schule in Frankfurt. Eine IGS. Und integrierte Gesamtschulen, in denen Schüler mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet werden, waren damals Modellschulen. „Die Zahl an Modellschulen war für Frankfurt mit der Ernst-Reuter-Schule schon erfüllt“, sagt der stellvertretende Schulleiter Jürgen Hundertmark. Und so wurde die Georg-Büchner-Schule erst fast 40 Jahre später zur IGS.

Die Schulgründung wird an diesem Freitag groß in der Schule gefeiert. Schüler proben bereits Szenen aus Büchners „Leonce und Lena“ für den Festakt, das Video zum Song der Georg-Büchner-Schule ist fertig, Ehemalige und Gäste aus der Politik sind eingeladen. Alles ist bereit für den großen Tag der Georg-Büchner-Schule – die vor 50 Jahren gar nicht unter diesem Namen gegründet wurde.

Als Gesamtschule Bockenheim-Süd ging sie an den Start, als additive Gesamtschule. Ein Vorläufermodell der heutigen kooperativen Gesamtschulen, in denen Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten zwar unter einem Dach, aber getrennt lernen. Die Philipp-Reis-Schule, eine Hauptschule, residierte damals schon an der Pfingstbrunnenstraße, die Bismarckschule, eine Realschule, zog hinzu. Und ein Gymnasialzweig wurde neu eröffnet. „Auch wenn das System dreigliedrig war, hat sich die Schulleitung aber schon damals als Team verstanden“, sagt Hundertmark.

Lehrer arbeiten an der Georg-Büchner-Schule in Teams

Heute ist die IGS eine ganze Teamschule. Lehrer arbeiten im Jahrgang in Teams, „so gibt es kurze Kommunikationswege“, sagt Zeyen. Schulentwicklung könne so auch schneller vorangetrieben werden. Das ist auch nötig. Denn gerade die Gesamtschulen stehen vor den Herausforderungen Inklusion und Integration. „Um darauf reagieren zu können, braucht es große Flexibilität. Das geht nur durch schnellen Austausch.“

Seit 2012 leitet Zeyen die Schule. Seitdem treibt die Schulgemeinde die Entwicklung zur Teamschule voran. Als Zeyen kam, wurde die GBS kaum von Viertklässlereltern angewählt. Inzwischen ist die Schülerzahl von 850 auf 1050 gestiegen, „2018 hatten wir zum ersten Mal mehr Erstwünsche, als wir aufnehmen konnten“, sagt Hundertmark.

Aber Eltern, deren Kinder die GBS besuchen, können bei den ganzen Schulwahlen sowieso ziemlich entspannt sein. Denn die GBS beginnt mit einer Grundschule. Die gibt es seit 22 Jahren, und wer schon da ist, kann auch bleiben. Wer sich nach der zehnten Klasse für das Abitur entscheidet, kann auf die Max-Beckmann-Schule wechseln. Die gymnasiale Oberstufe wurde einst an der GBS gegründet und bildet mit ihr einen Schulverbund. Besser geht es in der Stadt mit ständig knappem Schulplatzangebot kaum.

Für die Zukunft hat man sich an der GBS auch noch viel vorgenommen. Da steht vor allem das Thema Sanierung im Raum. Noch ist nicht klar, ob das Gebäude, das ein paar Jahre älter ist als die Gesamtschule, vielleicht auch abgerissen und neugebaut wird. Größer muss es aber auf jeden Fall werden. „Uns stehen 700 Quadratmeter mehr Unterrichtsfläche zu“, sagt Hundertmark. Nächstes Jahr, so hofft man an der Schule, könne in die Planung gegangen werden. Für Hilde Zeyen ist klar, „dass die klassische Flurschule wie bisher aufgelöst“ werden soll. Also keine Klassenzimmer mehr einfach rechts und links des Ganges liegen. Die Räume sollen sich an das Konzept der offenen Teamschule anpassen.

1985 war es, als die Bockenheim-Süd umbenannt wurde. Und dass die Wahl auf Georg-Büchner fiel, kam nicht von ungefähr: So konnte die Abkürzung GBS behalten werden.

Das Profil

Die Georg-Büchner-Schule ist eine integrierte Gesamtschule mit musikalischer Grundstufe. Es können der berufsorientierte, der Haupt- und der Realschulabschluss gemacht, für das Abitur kann auf die Max-Beckmann-Schule gewechselt werden.

Schwerpunkte legt die Teamschule auf Musik und Theater, es wird Spanisch bilingual unterrichtet. In den Klassen 5 und 6 gibt es eine Lernzeit, in 9 und 10 projektorientierten Unterricht.

Eine Schulkrankenschwester, ein Schulhund und die Jugendhilfe gehören zur Schule. Die Schule arbeitet inklusiv und integriert. Es gibt zwei Intensivklassen.

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