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Ein moderner Saugroboter.
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Ein Saugroboter hatte es den Damen in Frankfurt angetan. Dieser war es aber nicht.

Landgericht Frankfurt

Wo Mutti sonst nur saugen kann: Drei Königinnen der Nacht machen reiche Beute in Frankfurt

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Ein Banker aus Frankfurt zieht vor Gericht, weil drei Frauen seine Wohnung verwüstet, ihn geschlagen und bestohlen haben sollen. Die Geschichte dahinter ist kurios.

Frankfurt - Die Anklage, die am Dienstagmorgen (21.09.2021) vor dem Landgericht Frankfurt verlesen wird, ist aus demselben Stoff, aus dem auch manche Alpträume sind: Ein Banker im Korsett wird von drei Königinnen der Nacht in seiner eigenen Wohnung nach allen Regeln der Kunst stundenlang windelweich geprügelt.

Dem Mann gelingt es schließlich, sein – bis auf das „bandscheibenvorfallbedingte“ Korsett – nacktes Leben auf die Straße zu retten. Hilflos muss er dort mit ansehen, wie die drei Furien seine verwüstete Wohnung mit reicher Beute verlassen: seinem Saugroboter, einem jener modernen elektronischen Heinzelmänner, die saugen und blasen, wo Mutti sonst nur saugen kann.

Frankfurt: Es kommt zu einigen kleineren Geschlechtsverkehrsunfällen

Das Opfer, Serkan G., ist 51 Jahre alt und arbeitet als Banker für eine Vermögensverwaltung mit Hauptsitzen in London, Singapur und Malta. Das Trio infernale habe nicht nur sein Geschirr und sein 5000 Euro teures Teleskop zerdeppert, klagt er, sondern ihm auch noch sowohl seinen türkischen als auch den britischen Reisepass und etliche Essensgutscheine gestohlen.

Er habe die drei Damen wenige Wochen zuvor in einer Bar im Bahnhofsviertel kennengelernt. Vor allem die 28 Jahre alte Alina D. habe ihn gedauert, sei sie doch ohne Obdach gewesen, und das in Pandemiezeiten. Daher habe er sie ein paar Wochen bei sich wohnen lassen, wobei es in dieser Zeit auch zu einigen kleineren Geschlechtsverkehrsunfällen gekommen sei, aber nichts Ernstes. So habe er auch deren Freundinnen Elena O. (27) und Anuschka F. (25) näher kennengelernt.

Opfer der alptraumhaften Nacht in Frankfurt macht schwammige Aussagen

„Die wollten immer Geld“, erinnert sich der Banker schaudernd. „Alle halbe Stunde 1000 Euro. Und wenn sie das nicht kriegten: Verwüstung!“ Besonders perfide: „Erst tun sie so, als ob sie dich lieben – dann hauen sie dich!“ Serkan G. nennt es „total irre“.

Nun ist es aber so, dass G. in jener Nacht auf den 31. Mai zumindest Elena O. zu Beischlafzwecken und gegen ein Honorar von 1000 Euro nachweislich per WhatsApp in seine Bude gebeten hat. Und seine Aussagen sind dermaßen schwammig, dass von den ursprünglichen Anklagepunkten Raub, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Sachbeschädigung nicht viel übrig bleibt. Elena O. gibt an, sie hätten versuchen wollen, G. durch eine vorgespielte Eifersuchtsszene 1000 Euro ohne Penetration abzuknöpfen. Sie wird wegen versuchten Betruges und Diebstahls zu 90 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt, ihre Freundinnen kommen mit der halben Tagessatzhöhe davon.

Prozess in Frankfurt: Und der Saugroboter ist wieder da

Elena O., die morgen heiraten will (nicht Serkan G.), hat aus dem Prozess etwas gelernt: „Mein Sohn soll mal Rechtsanwalt werden“, sagt sie. Alina D. hat in Rumänien eine neue Liebe und ein neues Leben gefunden. Anuschka F. will Kellnerin werden, und zwar jenseits des Rotlichts.

Nur Serkan G. sitzt jetzt an den Wochenenden wieder allein in seiner dafür eigentlich viel zu großen Wohnung. Na ja, nicht wirklich allein: „Den Saugroboter hat er ja mittlerweile wieder“, stellt der Amtsrichter zur allgemeinen Erleichterung klar. (Stefan Behr)

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