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Der Mann, der Frauen auf den Feldern von Frankfurt aufgelauert hatte, ist festgenommen und verurteilt.
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Der Mann, der Frauen auf den Feldern von Frankfurt aufgelauert hatte, ist festgenommen und verurteilt.(Symbolbild)

Gericht

Frankfurt: Serientäter gesteht Übergriffe – bleibt aber ein Rätsel

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Das Landgericht Frankfurt verurteilt einen Mann, der in den Feldern bei Kalbach Angst und Schrecken verbreitete. Mindestens fünf Frauen hat er geschlagen, begrapscht und bestohlen.

Frankfurt - Die Serie von sexuellen Übergriffen auf Frauen in den Feldern zwischen Kalbach, Riedberg, Oberursel und Bad Homburg ist endgültig geklärt. Das Landgericht hat den geständigen Vasel D. am Mittwoch (10.11.2021) wegen sexueller Nötigung und Belästigung, Körperverletzung und Diebstahl zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Das entspricht genau dem Strafmaß, das das Amtsgericht im Juli gegen den 33 Jahre alten Ukrainer verkündet hatte. Gegen dieses Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Verurteilter Berufung eingelegt.

Mindestens fünf Frauen hatte D. im Februar belästigt, womöglich mehr, in mindestens zwei Fällen waren die Ermittlungen eingestellt worden. D. ging immer nach demselben Muster vor: Er näherte sich von hinten auf dem Rad und schlug den Frauen heftig auf den Hintern. Mitunter kam er nach dem ersten Schlag zurück und begrapschte die Frauen, einer von ihnen stahl er das Handy, das bei seiner Festnahme bei ihm gefunden wurde. In zwei weiteren Fällen fand sich D.s DNA an den Kleidern seiner Opfer.

Frankfurt: Angriff in der Dämmerung

Da er meist in der Dämmerung angriff, hatte im ersten Prozess keine der Frauen D. mit Sicherheit als Täter wiedererkannt – eine hatte ihn sogar ausgeschlossen. Das hatte dazu geführt, das D. lediglich wegen der zwei Fälle mit der nachweisbaren DNA verurteilt worden war.

In diesem Prozess machte der Vorsitzende Richter Uwe Steitz D. zu Beginn klar, dass er angesichts der Aktenlage auch eine Verurteilung bei den anderen Fällen durchaus in Betracht ziehe – und das Strafmaß dann wesentlich höher ausfallen könnte. Die Ansprache traf D. wohl mitten ins Gewissen – denn um „den Frauen eine weitere Aussage“ und wohl auch sich selbst mehr Knast als nötig „zu ersparen“, ließ er seinen Verteidiger sein sämtliche Fälle umfassendes Geständnis verlesen und sein Bedauern zum Ausdruck bringen.

Frankfurt: Angeklagter bleibt ein Rätsel

Ansonsten schwieg D. wie bereits im ersten Prozess und bleibt ein Rätsel. Laut Recherche in seinem Heimatland Ukraine gibt es ihn gar nicht. Allerdings stimmen seine Fingerabdrücke exakt mit denen eines gewissen „Vasyl V., Sohn des Ivan“ überein, der daran wohl wenig Freude hat, denn sein Sohn wird in seiner Heimat wegen „Rowdytum“ landesweit per Haftbefehl gesucht.

So ganz anders benimmt er sich aber auch im Ausland nicht. Das Rad, auf dem er die Frauen belästigte, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geklaut. Und auch das zweite Handy, das er bei seiner Festnahme mit sich führte, erzählt via Bildspeicher eine seltsame Geschichte. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt gibt es dort ausschließlich Bilder einer recht fröhlich wirkenden Familie zu sehen, zu der der Sohn des Ivan eindeutig nicht gehört. Danach zeigt der Speicher nur noch Selfies von D., der mit einem Fahrrad zweifelhafter Herkunft den Rhein entlang gen Frankfurt radelt.

Zudem führt neben der Frankfurter nun auch die Staatsanwaltschaft Kleve ein Verfahren gegen ihn, und zwar wegen schweren Raubes, begangen im August 2020 in Moers. Die dort zu erwartende Strafe dürfte die aktuelle weit übertreffen – und ist auch einer der Gründe, warum wie schon im ersten Prozess eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung nicht in Frage kommt. (Stefan Behr)

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