+
Klaus Baldner hält die Flagge von Myanmar hoch und wirbt für Radreisen durch das asiatische Land.

Myanmar

Im Land des Zurücklächelns

  • schließen

Klaus Baldner wirbt für Fahrradreisen durch Myanmar, die er selbst begleitet.

Wenn Klaus Baldner von Myanmar erzählt, hat er ein Lächeln im Gesicht. Das Land in Südostasien, eingekeilt zwischen Indien, China und Thailand, ist für den pensionierten Lehrer eine Art zweiter Heimat geworden. Dabei kannte der Frankfurter Myanmar vor zehn Jahren noch gar nicht. Anfang des Jahrtausends war Baldner mit seiner Frau Margarete Bickel auf einer Reise durch Thailand. Als sie mit anderen Reisenden ins Gespräch kamen und nach deren Lieblingsreiseland fragten, erhielten sie als spontane Antwort: „Myanmar.“

Für die Eheleute aus dem Stadtteil Dornbusch war somit klar, wo sie ihre erste längere Reise nach der Pensionierung hinführen würde. 2011 ging es dann auf eigene Faust für acht Wochen durch Südostasien. Thailand, Laos, Kambodscha und eben Myanmar. Seitdem hat das Ehepaar Baldner/Bickel ein absolutes Lieblingsreiseland, das „freundlich und angenehm“ sei. „In Myanmar lächelt jeder zurück, in Thailand sind sie eher geschäftsmäßig“, sagt Baldner.

Der Pensionär warb in seinem Bekanntenkreis für das Land am Golf von Bengalen, und schon im Folgejahr reiste eine Gruppe von 16 Leuten für gut drei Wochen nach Myanmar. Dabei sei es der honorigen Reisegruppe gleich darum gegangen, der großen Gastfreundschaft auch etwas entgegenzubringen: Mit Spenden wurde in Shwe Pyi Tha im zentralen Myanmar eine Krankenstation begründet, die es noch heute gibt. Da die Gruppe immer noch Spendenboxen bei Feierlichkeiten aufstellt, kam mittlerweile so viel Geld zusammen, dass neben dem Unterhalt der ersten Krankenstation bald noch eine zweite in der Nähe von Mandalay dazukommen soll.

Doch Baldner hat sich mittlerweile vorrangig ganz anders in seine zweite Heimat eingebracht. Da seit dem ersten Besuch die Kontakte zu einem Reisebüro in Rangun nie abgerissen sind, sprang er 2015 ein, als bei einer organisierten Reise ein Fahrrad-Guide fehlte.

Baldner, der früher an einer Gesamtschule in Raunheim nicht nur naturwissenschaftliche Fächer, sondern auch Sport unterrichtete und ein begeisterter Rennradfahrer ist, sprang ein. Als die Gruppe merkte, wie gut er sich auskennt, kam die Frage auf. warum er nicht mal eine Radreise in den eher noch unbekannten Süden des Landes organisiere.

Allerdings kamen zu diesem Zeitpunkt wegen der politischen Unruhen in Myanmar gar keine Reisen mehr über den großen Veranstalter zusammen. „Vor allem aus Deutschland blieben die Touristen aus, aus anderen europäischen Ländern weniger“, erinnert sich Baldner.

Da es ihn schmerzte, seine einheimischen Freunde im Tourismusbereich ohne Arbeit zu sehen, startete Baldner eine PR-Kampagne und wirbt nun auf Messen für Fahrradreisen in Myanmar, die er auch selbst begleitet. So war der 72-Jährige zuletzt von Oktober bis Februar 2019 in Myanmar unterwegs, um drei Radreisen von der örtlichen Agentur „Bespoke Tours“ zu betreuen.

Die Eingewöhnung danach fällt ihm immer etwas schwer. „Es ist ein komplett anderes Leben dort, und wenn ich zurückkomme, habe ich das Gefühl, dass hier bei uns keine Leute auf der Straße sind“, sagt Baldner. Er versichert übrigens, an den Reisen, die er begleitet, nichts zu verdienen. „Ich freue mich einfach, wenn meine Freunde Arbeit haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare