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Land will Bühnen in Frankfurt nicht mitfinanzieren

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Von: Florian Leclerc

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Die Städtischen Bühnen in Frankfurt. Foto: Rolf Oeser
Die Städtischen Bühnen in Frankfurt. © Rolf Oeser

In Frankfurt wird über die Finanzierung der Städtischen Bühnen diskutiert. Der Vorschlag, das Land solle sich perspektivisch an den Bühnen beteiligen, kommt im Land nicht gut an.

Der Vorschlag der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), das Land solle sich perspektivisch an den Städtischen Bühnen beteiligen, stößt bei der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), auf Ablehnung.

Hartwig hatte im Interview mit der Frankfurter Rundschau gesagt: „Tatsache ist doch, dass die Städtischen Bühnen ein hochwertiges kulturelles Angebot machen, das von den Menschen aus der gesamten Region stark angenommen wird“. Perspektivisch sollte man mit dem Land über das Thema Finanzierung ins Gespräch kommen.

„Wenn die Idee in Frankfurt sein sollte, das Land möge zahlen, was die Stadt sparen will, wäre das etwas zu schlicht gedacht“, sagte Dorn mit Blick auf die laufenden Haushaltsberatungen in Frankfurt. Im Haushaltsentwurf 2022 sind in der Zeit von 2023 bis 2025 Sparvorgaben unter anderem für die Städtischen Bühnen eingeplant, diese Zahlen werden erst mit dem Haushalt 2023 belastbar.

„Wir haben in Hessen eine gewachsene Struktur mit drei Staatstheatern und zwei weiteren maßgeblich vom Land mitfinanzierten Häusern – zum Vergleich: Baden-Württemberg hat zwei Staatstheater, Nordrhein-Westfalen mit drei Mal so vielen Einwohnern wie Hessen nur eines“, sagte Dorn.

Diese reiche Theaterlandschaft bedeute für das Land eine hohe finanzielle Verantwortung. Außerdem seien die finanziellen Folgen der Corona-Krise und des Angriffskriegs auf die Ukraine zu bewältigen. Zudem sei das Land, auch wegen der Ausstrahlung der Frankfurter Kultureinrichtungen über die Stadt hinaus, bereits stark engagiert, führte Dorn aus.

Geld für andere Projekte

2021 habe das Ministerium für Wissenschaft und Kunst fast 14 Millionen Euro für institutionelle Förderungen und für Projekte in der Frankfurter Kultur aufgewendet. Hinzu kämen sieben Millionen Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich für die Städtischen Bühnen, die in den Haushalt der Stadt flössen, sowie Mittel der Hessischen Kulturstiftung und des zur Hälfte vom Land finanzierten Kulturfonds Rhein-Main.

Auch habe das Land den Bau des Romantik-Museums mit vier Millionen Euro mitfinanziert und werde in den kommenden Jahren 200 Millionen zu den Kosten von 316 Millionen Euro für den Umbau und die Erweiterung des Senckenberg-Museums beisteuern.

„Angesichts des bereits großen Engagements für die Frankfurter Kultur und der eigenen großen Herausforderungen kann das Land dem Ansinnen einer stärkeren Förderung für die Städtischen Bühnen nicht nähertreten.“

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