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Die Skyliners suchen eine neue Spielstätte – über die Konditionen wird noch gerungen.

Frankfurt

Lagardère legt Angebot für Multifunktionsarena vor

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In die Diskussion um Halle am Kaiserlei kommt Bewegung – doch die Katz Group plant weiter, am Flughafen zu bauen.

Wer baut auf welchem Grundstück die Multifunktionsarena, in der die Basketballer der Skyliners und die Eishockey-Löwen spielen sollen und in der Konzerte und Shows geplant sind? Am Montag kam Bewegung in die seit Jahren andauernde Diskussion. Die französische Lagardère-Gruppe hat jetzt ein Angebot für den Bau einer Halle für 14 000 Zuschauer am Kaiserlei vorgelegt. Sportdezernent Markus Frank (CDU) wird das jetzt prüfen, ganz am Ende entscheiden darüber die Stadtverordneten. Einzelheiten über die Offerte der Franzosen wie die Konditionen für die Vereine wurden nicht bekannt.

Bei der kanadischen Katz-Group, die am Flughafen eine Halle für mehr als 20 000 Zuschauer bauen will, gab man sich betont gelassen. „Deshalb ist noch längst kein Baurecht geschaffen“, sagte Investor Felix Scheuerpflug der FR. Außerdem: Auch wenn die Halle am Kaiserlei gebaut werde, bedeute das nicht das Aus für das „The Dome“ genannte Projekt der Gruppe am Flughafen. Es sei „zumindest eine Möglichkeit“, die für 23 000 Zuschauer geplante Arena in jedem Fall zu bauen, sagte Felix Scheuerpflug.

Über die Auslastung mache er sich keine Sorgen, 120 Veranstaltungen im Jahr zusätzlich zu den Heimspielen der Sportvereine seien realistisch. Grundsätzlich hofft Scheuerpflug aber darauf, im Einvernehmen mit der Stadt bauen zu können. Bis auf die CDU hätten ihm alle Fraktionen im Römer erklärt, das Gelände am Flughafen für den besseren Standort zu halten. Für eine Halle am Kaiserlei gebe es ja offenbar überhaupt kein Verkehrskonzept, so Scheuerpflug.

Nach Einschätzung von Verkehrsexperten müsse der Kaiserlei-Kreisel erneut umgebaut werden, um den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen. Das hätte zur Folge, dass die Stadt Offenbach die 30 Millionen Euro, die sie für den laufenden Umbau als Zuschuss des Bundes erhalten habe, zurückzahlen müsse. Zudem sei die S-Bahn-Station Kaiserlei 850 Meter von der Halle entfernt.

Die S-Bahn-Station Flughafen befindet sich allerdings auch einige Hundert Meter vom geplanten Standort der Arena entfernt. Die Zuschauer sollen laut Scheuerpflug aber eine Seilbahn nutzen, die wenige Meter vom Fernbahnhof entfernt startet und direkt vor der Halle endet. Die Katz-Group sei deshalb nicht auf eine Bedarfshaltestelle für die S-Bahn direkt an der Halle angewiesen. Der RMV hatte diese ursprünglichen Pläne zurückhaltend bewertend und auf die enge Taktung der S-Bahn-Linien S8 und S9 vom Flughafen in die Frankfurter Innenstadt verwiesen.

Zudem hat die Katz-Group auch neue Pläne für ein weiteres Parkhaus vorgelegt. Es soll an der B43 entstehen und Platz für 2000 Autos bieten.

Während die Löwen bereits einen Vorvertrag mit der Katz-Group abgeschlossen haben und im „Dome“ spielen wollen, kommen sich die Investoren und die Basketballer der Skyliners nicht näher. Das liege in erster Linie an überzogenen Forderungen des Basketball-Bundesligisten, so Scheuerpflug. Die-Katz Group habe dem Verein ein „hervorragendes Angebot gemacht, das in der Branche einmalig sein dürfte“. Ebenso wie die Eishockey-Löwen dürften die Skyliners mietfrei im „Dome“ spielen, sie bekämen im ersten Jahr einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro, der in der Folge von den Zuschauerzahlen abhänge. Der Verein aber fordere einen fixen Zuschuss für weitere zwölf Jahre und weitere Logen für die eigene Vermarktung.

Zudem bestätigte Scheuerpflug Medienberichte, wonach die Skyliners mit 25 Prozent am Gewinn der Arena beteiligt sein wollten. Derartige Forderungen seien indiskutabel, auf seinen Vorstoß habe der Verein deshalb keine Antwort bekommen. Das ursprüngliche Angebot stehe aber.

Der Geschäftsführer der Skyliners, Gunnar Wöbke, nannte es auf FR-Anfrage „unverständlich“, dass die Katz-Group die vereinbarte Vertraulichkeit breche. Der Verein sei keinesfalls gierig. Ankermieter wie die Skyliners seien für den Investor „ein wesentlicher Bestandteil seiner Finanzierung“. Insofern sollten die Vereine von der Halle profitieren, das sei auch eine Frage der Wertschätzung. Um in der Bundesliga und der Euroleague mithalten zu können, bräuchten die Skyliners ein Budget von mindestens 20 Millionen Euro pro Jahr.

Scheuerpflug will derweil in jedem Fall Spitzenbasketball im „Dome“ anbieten: „Wir erhalten unglaubliche Anfragen und Angebote, darunter auch die Möglichkeit, eine Lizenz zu erwerben.“

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