Stadtelternbeirat zum Schulbau

„Es läuft noch nicht rund“

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Stadtelternbeirat Eckhard Gathof spricht über das Bauen und Sanieren von Schulen in Frankfurt - und die mangelnde Kommunikation mit dem zuständigen Amt.

Herr Gathof, ist es inzwischen normal, dass Schüler in Containern lernen?
Ja, leider. Und es werden in Zukunft noch mehr Container werden. Die jetzige Schülerschaft ist eine Container-Generation.

Woran liegt das?
In der Vergangenheit ist gepatzt worden. Erst 2015 ist nach vielen Jahren ein neuer Schulentwicklungsplan aufgelegt worden. Jetzt wird jährlich geschaut, welche Schulen wir brauchen. Das ist gut. Aber es müssen nun schnell neue Schulen entstehen – oft eben in Containern.

Baut die Stadt schnell genug?
Nein, es geht nicht schnell genug. Aber es ist natürlich schwierig, jedes Jahr zwei neue Schulen aus dem Hut zu zaubern. Der Start eines neuen Gymnasiums im nächsten Jahr wurde verschoben, weil das Amt für Bau und Immobilien noch so viele andere Sachen stemmen muss. Provisorien bauen für Adorno-Gymnasium, Holzhausenschule, Gymnasium Nord, IGS Kalbach-Riedberg zum Beispiel. Und es sollen im nächsten Sommer eine neue IGS und eine dritte Grundschule auf dem Riedberg eröffnen. Das ist schon eine Herausforderung.

Die Grundschule soll in Containern starten. Beim Aufstellen kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Glauben Sie, dass die Grundschule rechtzeitig fertig wird?
An der Marie-Curie-Schule gibt es Probleme mit den Containern, das hätte das Amt schneller schaffen müssen. Oder auch an der Otto-Hahn-Schule. Ob das bei der neuen Grundschule klappt, werden wir erst im Sommer endgültig wissen. Immerhin gibt es ein Grundstück. Das ist in Frankfurt ja schwer zu finden. Aber da ist die Stadt auch noch nicht kreativ genug. Sie kann auch mit Investoren reden, unten eine Schule verlangen und oben kann ja dann eine Shopping Mall entstehen. Vielleicht muss man auch mal an Grünflächen ran, da ein bisschen tauschen, um Schulstandorte zu gewinnen. Es fehlt noch an dem gewissen Quäntchen Kreativität in der Stadt.

Geht es denn bei den Sanierungen voran?
Viele Projekte sind angegangen worden, aber es fehlen Steckbriefe für Schulen. Dort sollte drinstehen, wann welche Schule mit einer Sanierung dran ist. Es würde Druck vom Amt nehmen, wenn alle Bescheid wüssten, wann sie an der Reihe sind. Der Aktionsplan Schulbau läuft Ende des Jahres aus. Mit 150 Millionen Euro sollten in den vergangenen fünf Jahren Schulen saniert werden. Der Plan ist nicht abgearbeitet. Es gibt nicht mal Zahlen, wie viel von den 150 Millionen verbaut wurden. Es wird nur gesagt, es werde weitergearbeitet.

Was hat sich geändert, seit es das neue Amt für Bau und Immobilien gibt?
Früher hat die Stadt eine marode Turnhalle an einer Schule festgestellt und dann beschlossen, dass sie eben saniert werden muss. Seitdem es das Amt für Bau und Immobilien gibt, wird ganzheitlich geschaut. Wenn die Turnhalle marode ist, ist vielleicht noch etwas anderes sanierungsbedürftig, das gleich mitgemacht werden kann. Das ist sinnvoll. Das Problem ist nur, dass es natürlich zu Verzögerungen kommt, weil alles neu betrachtet wird. Auch Projekte, die schon geplant waren. Aber der Schulleiter erfährt davon häufig nichts. Der fragt sich, warum es mit der Turnhallensanierung nicht losgeht.

Mangelt es an Kommunikation?
Das Amt muss seine Kommunikation verbessern. Es ist teilweise sehr schwierig, Informationen zu erhalten. Auch für die Schulleiter. Zum Beispiel bei der Toilettenreinigung. Die Schulen können entscheiden, in welchem Modus die Toiletten gereinigt werden sollen. Aber oft werden sie darüber gar nicht informiert oder haben ein zu knappes Zeitfenster, das zu entscheiden. Schulleiter bekommen auch oft überhaupt keine Antwort. Ein Ticketing-System wie in der IT wäre hilfreich. Auf dem steht, wer eine Anfrage entgegennimmt, wer sie bearbeitet, wann sie abgeschlossen ist. Momentan ist nicht nachvollziehbar, wer gerade etwas bearbeitet. Es läuft zwar einiges besser, aber es läuft noch nicht rund.

Interview: Sandra Busch

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