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Schon das Einatmen geringer Mengen von Asbest kann zu Krebs führen.
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Schon das Einatmen geringer Mengen von Asbest kann zu Krebs führen.

Asbest

Lässiger Umgang mit Asbest

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Der Chef einer Baufirma lässt Arbeiter im Westend ungeschützt mit krebserregendem Material hantieren. Er wird zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Verfahren gegen den Bauleiter wird dagegen eingestellt.

Mehrere Tage lang wehte der Staub von abgebrochenen Asbestplatten durch das Treppenhaus und den Hinterhof eines Hauses in der Altkönigstraße im Westend. Zwei rumänische Bauarbeiter hatten dort im Zuge von Sanierungsarbeiten Platten von der Hauswand entfernt – mit bloßen Händen und ohne sich vor dem losgelösten Staub zu schützen. Anscheinend hatte ihnen niemand gesagt, wie gefährlich es sein kann, mit Asbest zu hantieren: Schon das Einatmen geringer Mengen des faserigen Materials kann zu Krebs führen.

Das war im Herbst 2012. Der Chef der zuständigen Baufirma, Nehir T., wurde mittlerweile vom Frankfurter Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 4200 Euro verurteilt, denn Asbest darf nur von Fachbetrieben entsorgt werden. Das Verfahren gegen den zuständigen Architekten läuft noch.

Rumänen für die Drecksarbeit

„Wenn es auf einer Baustelle gebrannt hat, dann hat der Chef die zwei Rumänen gerufen“, erinnerte sich am Donnerstag nun Kamil A. Der 44-Jährige saß auf der Anklagebank, weil T. ihn als Bauleiter für die Asbestbaustelle angegeben hatte. Doch A. bestritt jede Verantwortung, stattdessen kritisierte er seinen ehemaligen Vorgesetzten: „Der hat immer einen gesucht, dem er die Schuld zuschieben kann.“

So sei es auch an jenem Herbsttag gewesen, als besagter Chef A. in die Altkönigstraße beorderte. Zu diesem Zeitpunkt war dort schon eine Kontrolle in Gang – und A. war plötzlich mittendrin. Dabei hatte er im Herbst 2012 nach eigener Aussage drei andere Baustellen am Laufen, für die er tatsächlich zuständig war. In der Altkönigstraße habe er nur einmal zwei Tage lang „einen Lüftungsschacht betoniert“.

Der zuständige Strafrichter Christoph Kneller schenkte den Aussagen Glauben: Das Verfahren wurde eingestellt. Zu viele Indizien aus dem abgeschlossenen Prozess mit Nehir T. sprächen gegen eine Mittäterschaft von A.

„Für die Täterschaft spricht in der Tat nur die Aussage von Herrn T.“, sagte auch der zuständige Staatsanwalt. Von den geschädigten Arbeitern fehlt drei Jahre nach dem Vorfall übrigens jede Spur. Wahrscheinlich arbeiten sie irgendwo auf einer Baustelle – eventuell mit einem Chef, für den sie nicht die Drecksarbeit machen müssen.

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