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Bauprojekt Baustelle Hochhaus 160 Park View, Grüneburgweg 102, Frankfurt am Main, 27.04.2021
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Bauprojekt Baustelle Hochhaus 160 Park View, Grüneburgweg 102, Frankfurt am Main, 27.04.2021

Frankfurt

Lärm ohne Ende

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Umbau eines Hochhauses im Westend dauert zwei Jahre länger

Eine Baustelle im Westend droht zur unendlichen Geschichte zu werden. Das ehemalige Hochhaus am Park im Grüneburgweg sollte längst unter dem Namen „160 Parkview“ in einen Luxuswohnbau und ein Hotel umgewandelt sein. Den Interessenten der 129 hochwertigen Wohnungen war ursprünglich eine Fertigstellung bis zum 1. März 2021 garantiert worden. Auf einer Sitzung des Ortsbeirats 2 im September war den von der Baustelle lärmgeplagten Anwohner:innen ein Ende der Arbeiten im Jahr 2022 avisiert worden. Doch jetzt teilte der Bauherr auf FR-Anfrage mit, die Fertigstellung werde sich „ins erste Halbjahr 2023“ verschieben.

Die Umwidmung des 1975 als Bürohochhaus errichten Gebäudes bringt erhebliche Probleme mit sich. Daniel Reichwein, Abteilungsleiter beim Bauherrn Hines Immobilien, spricht davon, man sei „immer wieder auf erhebliche und teilweise nicht vorhersehbare planerische sowie bauliche Herausforderungen gestoßen“. Zudem sei ein Subunternehmen weggebrochen und die Einarbeitung des Ersatzunternehmens benötige Zeit.

Der enorme zeitliche Verzug bringt Nachteile für fast alle Seiten. Von den 129 Wohnungen im Haus sind laut Reichwein bereits 100 verkauft. Doch da niemand einziehen kann, laufen derzeit Verhandlungen über Entschädigungen, die sich an imaginären Monatsmieten orientieren. Ein Ärgernis für die Menschen, die einziehen wollten, eine teure Angelegenheit für den Bauherrn. Auch für die Anwohner:innen im nördlichen Westend löst die Aussicht auf zwei weitere Jahre mit Baulärm keine Jubelstürme aus. Ein Anwohner im Grüneburgweg, der sich bei der FR gemeldet hat, aber nicht namentlich genannt werden will, sagte, als er von der Hiobsbotschaft erfuhr, spontan: „Da kann man fast nur noch ausziehen.“

Allerdings bedeutet eine um zwei Jahre längere Bauzeit nicht automatisch auch zwei Jahr mehr Lärm, denn es gibt auch Tage ohne laute Bautätigkeit. Reichwein räumt allerdings ein, dass die derzeit „lärmintensiven Arbeiten“ noch bis Ende Juni andauern würden. Wie groß der Lärm tatsächlich ist, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Der leidgeprüfte Anwohner wirft dem Bauherrn vor, das Mikrofon für die Lärmmessungen direkt hinter einer Schallschutzwand installiert zu haben und nicht dort, wo der Lärm bei den Menschen ankommt.

Für die Einhaltung des Lärmschutzes ist die Bauaufsicht der Stadt zuständig. Amtsleiterin Simone Zapke ist die Dauerbaustelle im Grüneburgweg bestens bekannt: „Wir kriegen regelmäßig Messprotokolle vorgelegt, da gibt es für uns rechtlich keinen Handlungsbedarf.“ Der Bauherr sei erreichbar und in seinem Handeln transparent und kommunikativ.

Der Anwohner hingegen gibt an, er habe sich jetzt teure Schallschutzfenster bestellt, die er aus eigener Tasche zahlen müsse. Der einzige Nutznießer der Hängepartie um „160 Parkview“ könnte das Hotel Roomers sein, das im niedrigeren Gebäudeteil einziehen will, daran während der Pandemie aber sicherlich kein allzu großes Interesse haben dürfte.

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