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In den Adlerwerken in Frankfurt war das KZ Katzbach untergebracht.
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In den Adlerwerken in Frankfurt war das KZ Katzbach untergebracht.

KZ Katzbach

Gedenkstätte soll im Frühjahr fertig sein

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Der Förderverein und der Studienkreis Deutscher Widerstand planen den „Geschichtsort Adlerwerke“ als Gedenkstätte an das KZ Katzbach in Frankfurt.

Die Gedenkstätte zur Erinnerung an das KZ Katzbach in den Adlerwerken soll im Frühjahr 2022 fertig sein. Das kündigte Horst Koch-Panzner, der Vorsitzende des Fördervereins für die Errichtung der Gedenk- und Bildungsstätte, im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau an. Die Gedenkstätte soll „Geschichtsort Adlerwerke – Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“ heißen.

Derzeit werde ein 160 Quadratmeter großer Raum in den Adlerwerken, Kleyerstraße 17, eingerichtet. Dort sollen unter anderem persönliche Gegenstände wie ein Häftlingsanzug und Zeichnungen, aber auch Fotografien zu sehen sein. Von dem Ausstellungsraum aus gibt es eine direkte Blickachse zum Ort, an dem etwa 1600 KZ-Häftlinge von August 1944 bis März 1945 untergebracht waren.

Goethe-Uni wird einbezogen

Die Dauerausstellung behandelt als Schwerpunkte die Adlerwerke, ihre Belegschaft und das Frankfurter Gallusviertel; die Zwangsarbeit in den Adlerwerken und die Zwangsarbeit in Frankfurt allgemein; den Häftlingsalltag und die Lebensbedingungen von Opfern und Tätern; das KZ Katzbach als Teil des KZ-Komplexes Natzweiler-Struthof; das Ende des KZ Katzbach und den Todesmarsch nach Osthessen sowie den Umgang mit der Vergangenheit.

Kuratiert wird die Ausstellung von Thomas Altmeyer vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945. Er wird unterstützt von Gottfried Kößler, vormals Fritz-Bauer-Institut, und der Historikerin Andrea Rudorff vom Fritz-Bauer-Institut.

Der Geschichtsort Adlerwerke ist ein Kooperationsprojekt des Fördervereins für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main mit dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945. Studierende des Seminars für Didaktik der Geschichte an der Goethe-Universität sollen einbezogen werden.

Gemeinsam mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten ist ein „Open Space“ mit Akteur:innen aus dem Stadtteil zur Erinnerungskultur geplant. Analoge und digitale Stadtrundgänge sollen über das Zusammentreffen des KZ-Systems mit der Zivilbevölkerung und von erfolgreichen und nicht erfolgreichen Fluchtversuchen erzählen.

Eröffnung am 24. März 2022 angestrebt

Der Geschichtsort Adlerwerke arbeitet mit Gedenkstätten wie in Buchenwald, Mannheim-Sandhofen, dem Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler, dem Fritz-Bauer-Institut, der Bildungsstätte Anne Frank, dem Historisches Museum Frankfurt, dem Institut für Stadtgeschichte, Schulen und Vereinen zusammen. Der Magistrat hatte dem Förderverein 10 000 Euro zur Verfügung gestellt, um ein Konzept für die Gedenk- und Bildungsstätte zu erarbeiten.

Angestrebt werde eine Eröffnung am 24. März 2022 sagte Koch-Panzner. Der Tag erinnert an den 24. März 1945, als nach der Räumung des Lagers der Todesmarsch von etwa 360 bis 370 Häftlingen in Richtung Osthessen begann, den viele nicht überlebten.

Die Bereitstellung des Ausstellungsraums hatte die Stadt Frankfurt mit der Immobilienprojektgesellschaft Adler Real Estate, der das Gebäude gehört, verhandelt. Die Mieterin Deutsche Bahn machte den Raum frei. Die Miete beträgt moderate fünf Euro pro Quadratmeter, das sind 800 Euro im Monat.

Auf das KZ Katzbach verweist bisher eine Gedenktafel an den Adlerwerken und eine Grabstätte auf dem Hauptfriedhof. Im Frühjahr wurde eine Infotafel am Haus in der Lahnstraße 32 angebracht, die an die Häftlinge Adam Golub und Georgij Lebedenko erinnert. Sie waren aus dem KZ geflohen und wurden vor Zeuginnen und Zeugen auf offener Straße erschossen. Nach ihnen ist seit 1998 der Golub-Lebedenko-Platz im Gallus benannt.

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