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Kurzfilmfestival "Shorts at Moonlight" in Frankfurt-Höchst
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Kurzfilmfestival "Shorts at Moonlight" in Frankfurt-Höchst

"Shorts at Moonlight“

Kurzfilme vorm Höchster Schloss

Alle Jahre wieder: Das Programm der „Kurzfilme im Mondlicht“ beginnt erst, wenn das Tageslicht halbwegs verschwunden ist, man sich in gemütliche Decken mummeln kann und die alten Bäume gespenstische Schatten werfen. Acht Kurzfilme je Tag werden gezeigt, vier Tage lang.

Von Valeska Lechla

Eine Geschichte, die 60 Sekunden dauert, die schnell auf den Punkt kommt. „Change“ von Gerd Jonas hat eine Kürze von einer Minute. Also passt seine ironische Version des Obama-Mottos „Yes, we can“ als Ouvertüre des letzten Tages des Kurzfilmfestivals „Shorts at Moonlight“ in Frankfurt-Höchst auch ausgesprochen gut. „Diese Art von Film ist originär“, sagt Gudrun Winter von der Festivalleitung. „Sie sind nicht kommerziell und entsprechen dem heutigen Lebensstil – einem sehr schnellen.“

Auf der Schlossterrasse können die Zuschauer bei lauschigen Jazzklängen des Duos „Nordend 19“ und einer Tüte Popcorn auf den langsamen Einbruch der Dunkelheit warten. Denn das Programm der „Kurzfilme im Mondlicht“, beginnt erst, wenn das Tageslicht halbwegs verschwunden ist, man sich in gemütliche Decken mummeln kann und die alten Bäume gespenstische Schatten werfen. Acht Kurzfilme je Tag wurden gezeigt, vier Tage lang. Am letzten lief dann „König der Herzen“ von Florian Puchert, in dem der bayrische Tatortkommissar Michael Fitz einen verzweifelten Volksmusiker spielt. Gefolgt von Einblicken in die iranische Küchenkultur mit „Teheran Kitchen“ und dem anstößigen Animationsfilm „Judas und Jesus“.

Einen Kontrast zum handlungsreichen „Border Crossing“ bot „Smoke gets in your eyes“, eine Dokumentation des Zigarettenkonsums in prämierten Filmen. Das Festival im Höchster Schloss beendete „Nicht nur der Himmel ist blau“, der von einem inszenierten Internet-Komplott gegen die Lufthansa handelte. „Das Programm ist vielseitig. Von Spannung, und Romantik ist alles dabei. Schließlich soll das Festival für Filmemacher wie eine Messe sein“, erklärt Winter. Also erfährt man auch was über die Leute hinter der Kamera. Beispiel: der 27 Jahre alte Regisseur und Drehbuchautor Florian Puchert. Der gebürtige Münchner ist Quereinsteiger. An einer Filmakademie habe er nie studiert, erzählt er, lediglich Praktika im Produktionsbereich absolviert und ab und zu Kurzfilme mit Laienschauspielern gedreht. Den Stoff für seinen „König der Herzen“ lieferte ihm 2004 ein Zeitungsinterview des Dirigenten des Münchner Volksmusikorchesters, der zusammenbrach, obwohl seine Musiker ausschließlich playback spielten.

„Das Thema ist nicht nur aus der Perspektive von jemandem, der diesen Zirkus mitmacht, spannend, sondern auch aus der Sicht einer Person, für die diese Musik alles bedeutet.“ Deshalb wechselt die Sicht der Kamera stets zwischen dem Fan Inge (Karin C. Tietze) und dem „ausgebrannten“ Volksmusiker (Michael Fitz), der vor einem Auftritt droht auszuflippen. Die erfahrenen Schauspieler hätten die fünf Drehtage zu einem interessanten Austausch gemacht, erinnert sich Puchert.

Und das Publikum goutiert das: Es war von Pucherts „ernsthafter Parodie“ begeistert, die ganzen 17 Minuten völlig gespannt. Das Unerwartete hat bei den Shorts Methode: „Jeden Tag werden andere Filme gezeigt. Die Besucher haben nicht die leiseste Ahnung, was sie erwartet“, sagt Winter. Das funktioniert: In den vergangenen Jahren sind immer mehr gekommen. 10000 Besucher bis dato. Und alle gehen voller neuer Eindrücke nach Hause.

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