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Dieser Hammer aus der Sammlung von Oskar Mahler hat in einem Tatort mitgespielt.

Kurioses Museum Frankfurt

Kurioses Museum sucht neuen Standort

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Oskar Mahler sucht einen neuen Standort für sein kurioses Museum. Der aktuelle Schauraum in Frankfurt ist zu klein, die Exponate zu schwer.

Wer noch nie im Hammermuseum gewesen ist, muss sich beeilen. Denn der kleine, kuriose Schauraum schließt Ende März. Jedenfalls an seinem jetzigen Standort. Seit 2005 stellt Gründer Oskar Mahler rund 1500 Exponate im Zwischengeschoss der Schuhmacherei Lenz in der Münchner Straße aus. Nun sucht seine Agentin nach einem neuen Ort für die Ausstellung. Im Bahnhofsviertel, in Frankfurt, oder ganz woanders. Womögliche auch einen Käufer, aber nur für die komplett Sammlung.

In Mahlers kleinem Museum haben sich jedenfalls die Bedingungen geändert. Seit einiger Zeit gebe es neue Auflagen zur Belastung der Zwischenebene, erklärt Mahler. Dort dürfen sich nur 15 Personen gleichzeitig aufhalten. Das sei vor allem in der Bahnhofsviertelnacht zu wenig. Die kurzen Führungen sind Mahler wichtig, sie sichern Publikum für ein ganzes Jahr, sagt der 66-Jährige. Die Leute kommen wieder oder erzählen Freunden vom skurrilen Museum.

Was ebenfalls schwer wiegt: Die Ausstellung ist bis unters Dach voll, ein Gewichtsproblem. So könne er neue Angebote, wie das eines Hammerwerfers oder einen Schmiedehammer von einem Mühlrad, das fast eine Tonne wiege, nicht mehr annehmen.

Darüber hinaus benötigen die Schuhmacher im Erdgeschoss die Besuchertoilette für ihre weiblichen Angestellten, das verfügt die Handwerkskammer. Und barrierefrei sei die Ausstellung, die man über eine kleine Wendeltreppe erreicht, auch nicht. Damals, vor 14 Jahren, hatte der Schumacher einen Künstler gesucht, der über seinem Geschäft ausstellt, Mahler bekam den Zuschlag. Da er als Bildhauer mit vielen Hämmern arbeitete, diese nicht rumtragen, aber auch nicht hergeben wollte, entstand die Idee für das Museum.

In kleinen zusammenhängenden Holzkisten liegen und stehen seitdem Erbstücke, Schmuck, historische Werkzeuge sowie Scherzartikel – im Laufe der Jahre immer mehr. Das Besondere seien die Geschichten dahinter, sagt Mahler. „Mit diesem hier“, er nimmt einen der Hämmer in die Hand, „wurde ein Loch in die Berliner Mauer geschlagen“, ein paar alte Fotos belegen das, einige Gesteinsstücke liegen daneben. „Dieser hat im Tatort Münster mitgespielt“, sagt er über ein anderes Exponat, an dessen Griff noch Kunstblut klebt. Auch den womöglich kleinsten Hammer der Welt stellt Mahler aus, der wurde extra für ihn angefertigt und ist so winzig, dass er nur mit Lupe zu sehen ist.

Dass Mahler bald nicht mehr der Herr der Hämmer ist, stimmt ihn nicht traurig. „Ich kann loslassen.“ Außerdem steckt der Quartiersführer, Autor und Sozialbetreuer bereits in einem neuen Projekt. Sein Ausstellungsraum „Rote Treppe“ in der renovierten Kaiserpassage möchte er zum Zukunftslabor für das Bahnhofsviertel ausbauen. 

Führungen durch die Sammlung in der Münchener Straße 36 gibt es noch bis 28. März, Anmeldung unter vollderhammer.eu oder 37 56 04 02.

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