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Kunst auf dem Pissoir

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Von: Kathrin Rosendorff

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Eine Replik des Kunstwerks "Fountain" von Marcel Duchamp.
Eine Replik des Kunstwerks "Fountain" von Marcel Duchamp. © dpa

Das Städel in Frankfurt macht eine Herrentoilette zum Aktionsort. Anlass ist der 100. Geburtstag von Marcel Duchamps "Fountain".

Ein Pissoir als Kunstort ist schon ziemlich abgefahren: Keine Sorge, Aktionskünstler planen nicht etwa Figuren an die Wand zu pinkeln. Aber die Besucher des Städels (auch die weiblichen) dürfen, nein, sie sollen sogar, das Pissoir am Sonntag für „eigene Darbietungen nutzen und diese in den sozialen Medien unter dem Hashtag #Fountain100“ teilen, so steht es in einer Pressemitteilung des Museums.

Die Aktion ist eine Hommage anlässlich des 100. Geburtstag von Marcel Duchamps „Fountain“. Der französische Dadaist und Surrealist hatte das um 90 Grad gedrehte Pissoir „Fountain“ am 9. April 1917 bei einer Kunstschau in New York eingereicht. Nachdem sein Beitrag von der Jury abgelehnt wurde, entfachte eine Debatte über das Verständnis von moderner Kunst.

Das Objekt wurde danach zu einem der bekanntesten Werke der Kunstgeschichte. Es wurde sogar 2004 zum „einflussreichsten Kunstwerk aller Zeiten“ erklärt. Das Original von 1917 verschwand kurz nach seiner Erstpräsentation und ist seitdem verschollen. Heute existiert nur noch eine Fotografie von Alfred Stieglitz. Duchamp autorisierte jedoch Repliken in unterschiedlichen Ausführungen, die sich heute in den Sammlungen namhafter Museen auf der ganzen Welt befinden.

Kunstmuseen weltweit wie The Museum of Modern Art in New York oder das Städel bieten am Sonntag zwischen 15 und 16 Uhr kostenlosen Eintritt, wenn Besucher am Eingang des Museums das Codewort „Richard Mutt“ sagen. Unter diesem Pseudonym hatte Duchamp nämlich sein Pissoir in New York eingereicht. (mit dpa)

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