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a sah die Welt noch anders aus: Schlange vor dem Städel am letzten Tag der Van-Gogh-Schau.

Die Kultur geht online

Kunst contra Corona

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  • Meike Kolodziejczyk
    Meike Kolodziejczyk
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Kreativ durch die Krise: Wie die Kultur in Frankfurt und der Region online weiterlebt.

Die Theaterhäuser, Bühnen und Konzertsäle sind geschlossen, ebenso die Kinos, die Museen, die Galerien. Doch die Kunst lebt online weiter; die Kreativen und Kulturschaffenden der Region haben Mittel und Wege ersonnen, wie sie uns in dieser Zeit nicht ganz kulturlos darben lassen. Hier ein Überblick über die virtuellen Möglichkeiten, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, da täglich neue Angebote dazukommen und andere bereits vorgestellt wurden.

Städel-Museum Frankfurt:Das Städel-Museum in Frankfurt bietet zahlreiche Onlineangebote, mit denen es virtuell besucht werden kann. So kann man in der „Digitalen Sammlung“ mit Werken aus 700 Jahren Kunstgeschichte stöbern oder das „Café Deutschland“ besuchen, ein Oral-History-Projekt, in dem mehr als 70 Künstler, Galeristen, Kunsthistoriker, Kritiker und Sammler das Kunstgeschehen in Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute schildern. Empfehlenswert ist auch der erste Podcast des Städels „Finding van Gogh“, der die Suche nach dem seit drei Jahrzehnten verschwundenen „Bildnis des Dr. Gachet“ schildert.

www.staedelmuseum.de

Kunsthalle Schirn Frankfurt:Die Schirn bietet Kunstliebhabern Podcasts zu vergangenen und den temporär geschlossenen Ausstellungen an. Zu der Ausstellung „Fantastische Frauen“, die den weiblichen Beitrag zum Surrealismus thematisiert, stellt ein Podcast beispielsweise die Surrealistinnen vor, deren Werke in der Kunsthalle zu sehen sind, darunter Frida Kahlo oder Meret Oppenheim. Wer mehr über Kunst im Allgemeinen wissen will, der ist mit den „Schirn Shortcuts“ gut bedient, die die Schirn auf ihrem Youtube-Kanal anbietet.

www.schirn.de

Historisches Museum Frankfurt:Das Historische Museum hat rund 5000 Objekte digitalisiert, die über die „Sammlung Online“ erkundet werden können. Als interaktives digitales Angebot hat das Stadtlabor mit „Stadtlabor Digital“ ein Onlineprojekt initiiert, auf dem von Nutzern produzierte Beiträge – Fotos, Filme, Audiobeiträge – gesammelt und geteilt werden. Auch über die Social-Media-Kanäle können Interessierte hinter die Kulissen schauen und sogar Einblicke in die aktuelle Ausstellung „Kleider in Bewegung“ gewinnen, die wegen Corona nicht öffnen konnte. Ein weiteres digitales Angebot ist der Multimedia-Guide, der als Web-App frei zugänglich ist.

historisches-museum-frankfurt.de

Deutsches FilmmuseumFrankfurt: Zu zwei virtuellen Ausstellungsbesuchen lädt das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) ein. In der einen ist der Nachlass des Schauspielers und Lebemanns Curd Jürgens zu sehen, die zweite zeigt Auszüge aus der Sammlung des Regisseurs, Drehbuchautors und Filmproduzenten Volker Schlöndorff. Zudem bietet das DFF in seiner Mediathek und auf seinem Youtube-Kanal Videos von Gesprächen mit Regisseuren und Schauspielern an sowie aktuell eine Lecture-Serie zur Transformation Chinas in den Filmen Jia Zhangkes. Unter dem Stichwort „coronavirus“ veröffentlicht das Haus auf der Homepage kontinuierlich Streaminglinks, Basteltipps, Filmblogs sowie Rezensionen und Meinungen.

www.dff.film

Bibelhaus Erlebnis-MuseumFrankfurt: Auch das Bibelhaus schlägt digitale Wege ein, auf denen das Museum besucht werden kann. Mit dem Audioguide können sich Gäste durch die Ausstellung führen oder sich online durch die Karwoche leiten lassen.

www.bibelhaus-frankfurt.de

Mousonturm Frankfurt:Das Künstlerhaus Mousonturm hat seinen „Geheimen Salon“ in den virtuellen Raum verlegt und sendet jeden Donnerstag von 21 bis 22 Uhr klangliche Randnotizen in den Äther. Die erste Folge ging am 26. März online, Titel: „Exzessiv, aber übersichtlich – Score für Huhn und Orgel“. Weitere Online-Angebote sind in Planung.

www.mousonturm.de

Jazzkeller Frankfurt:Der 1952 gegründete Jazzkeller Frankfurt ist eine Institution - und natürlich auch geschlossen. Doch die Macher kümmern sich fleißig darum, den Club auf „allen Kanälen in Erinnerung zu halten“. Online stehen Gespräche und Geschichten von und mit Musikern bereit, geplant ist außerdem, Streams mit kleinen Besetzungen live aus dem „Keller“ zu senden,

www.jazzkeller.com

Die Dramatische Bühnein Frankfurt: Die Hoffnung aufgegeben hat die Dramatische Bühne in Frankfurt noch nicht, dass es nach Ostern „möglicherweise“ weitergeht mit „Der Name der Rose“. „Aber das weiß im Augenblick natürlich keiner.“ Daher versucht das Theater, eine kleine Hilfsaktion zu starten: Für ältere Menschen und Verschnupfte in Selbstquarantäne wollen die Mitwirkenden Einkäufe im Supermarkt oder der Apotheke erledigen. Wer daran Interesse hat, mailt an thmorawietz@aol.com. Unter dem Stichwort „Virtuelles Theater“ wird die Dramatische Bühne regelmäßig auf ihrer Website und Facebook Filme und Mitschnitte von Aufführungen veröffentlichen.

www.diedramatischebuehne.de

startnext.com/theater-trotz-corona

Romanfabrik Frankfurt:Auch die Frankfurter Romanfabrik leistet ihren Beitrag zum Online-Kulturangebot. Sie hat sämtliche Veranstaltungen der Reihe „Café Europa“ live aufgezeichnet und auf ihren Youtube-Kanal gestellt.

www.youtube.com/playlist?list=PLBQEHkSf3xivh1-T_OLHWPXOmg3VAov0_

Onlinekonzerte:Neben den Museen machen auch Musiker online Angebote. Der Frankfurter Organist Martin Lücker beispielsweise, der sonst in seiner Reihe „30 Minuten Orgelmusik“ immer montags und donnerstags live in der St. Katharinenkirche an der Frankfurter Hauptwache spielte, hat seine Konzerte kurzerhand ins Internet verlegt. Die Musikalische Vesper zum Karfreitag am 10. April steht ab 18 Uhr als Videoaufzeichnung zur Verfügung: www.youtube.com/user/martinluecker/playlists

www.stk-musik.de

Rebellische StudiobühneOffenbach: Studiobühnen-Macher Volker Rebell stellt auf seiner Homepage Videos von Konzerten und Lesungen bereit und bietet darüberhinaus Inhalte rund um das Thema „Musik in Zeiten des Virus“.

www.radio-rebell.de

T-Raum Offenbach:Just am letzten Märztag ist das kleine Theater T-Raum mit einem eigenen Youtube-Kanal online gegangen. „Wir möchten unserem Publikum immer mal wieder ein kleines Hallo schicken. Damit Sie an uns denken und nach der Krise wieder mit gleicher Leidenschaft und Freude auf den ein und anderen Theaterbesuch bei uns reinschauen“, meldet das Team.

www.of-t-raum.de

Landesmuseum Wiesbaden:Einen virtuellen Rundgang durch die Kunstsammlungen und die naturhistorische Sammlung im Landesmuseum Wiesbaden kann man über die kostenlos im App-Store und Google-Play-Store erhältliche Wiesbaden-App machen.

www.museum-wiesbaden.de

Das Galli-Theater Wiesbadenbietet täglich online „Galli Märchenvideos“ an, um Eltern und ihre Kinder zu unterhalten. Das ist eine Serie von Filmen aus den im Galli aufgeführten Märchen, darunter Ausschnitte aus Rotkäppchen und Dornröschen. Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr wird ein „Improtheater@home“ mit Gabriele Hofmann angeboten, seit 30. März sind zudem Kindertheaterkurse online, für die man sich montags bis freitags von 16 bis 16.30 Uhr für den Preis von 12 Euro einwählen kann.

www.galli-wiesbaden.de

Staatstheater Darmstadt:Zwei digitale Formate hat das Staatstheater Darmstadt inzwischen gestartet: „Die tägliche Dosis“, ein buntes Angebot aus Homestories, Theatergeschichten, Mitschnitten von Inszenierungen und Konzerten, in Ausschnitten und im Ganzen. Außerdem gibt es „Vitamin L“, ein Format, in dem das Ensemble zeitgenössische Literatur liest. Das digitale Staatstheater ist über die Homepage oder den Youtube-Kanal erreichbar.

www.staatstheater-darmstadt.de

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