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Die Studierenden der Frankfurter HfMDK werden wohl noch eine ganze Weile in ihren alten Proberäumen bleiben müssen. 

Kulturcampus

Schwieriger Weg zum Architektenwettbewerb

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Aus dem alten Frankfurter Universitäts-Campus in Bockenheim soll der „Kulturcampus“ werden.  Das „Zentrum der Künste“ würde wohl Millionen verschlingen.  

Stefan Mumme ist optimistisch. Und das war bei dem Vorsitzenden des Vereins „Forum Kulturcampus“ durchaus nicht immer so. Vor acht Jahren schon hatte der Rechtsanwalt, der bundesweit als der „Theateranwalt“ renommiert ist, diese Initiative mit ins Leben gerufen. Es geht darum, aus dem alten Frankfurter Universitäts-Campus in Bockenheim den von der Politik schon lange versprochenen „Kulturcampus“ zu entwickeln. Nicht nur eine neue Hochschule für Musik und Darstellende Kunst soll dort entstehen, sondern auch ein „Zentrum der Künste“ als Dach für verschiedene weltweit renommierte Kulturinstitutionen. Das Ensemble Modern, Deutschlands führendes Orchester für moderne Musik, aber auch das Frankfurt LAB, die Dresden- Frankfurt-Dance-Company oder die Junge Deutsche Philharmonie sollen dort unter einem Dach vereint werden. 

Die Hochschule

Die 1938 gegründete Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt am Main, Eschersheimer Landstraße 29, ist die einzige ihrer Art in Hessen.

Angeboten werden 23 Studiengänge: Instrumente, Gesang, Komposition, Dirigieren, Musiktheater, Schauspiel und Tanz.

Es gibt in der HfMDK rund 1000 Studierende aus 56 Nationen, die von 63 Professorinnen und Professoren sowie etwa 350 Lehrbeauftragten unterrichtet werden. (jg)

2018 hatte eine gemeinsame Machbarkeitsstudie des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt ergeben, dass die neue Hochschule und das „Zentrum der Künste“ gemeinsam auf dem alten Campus untergebracht werden können. Das heutige Hochhaus des Juridicums müsste dafür abgerissen werden. Im Herbst 2019 soll nun, so hofft Mumme, der nächste Schritt folgen: ein gemeinsamer Architektenwettbewerb von Land Hessen und Stadt Frankfurt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sieht das differenzierter. Sie lässt zur Zeit „eine detaillierte Raum- und Massenstudie“ für das „Zentrum der Künste“ erstellen

In einem zweiten Schritt werde die Stadt prüfen, „inwiefern wir unsere Planungen mit denen des Landes in Übereinstimmung bringen und Synergien optimal ausnutzen können“. Sollten die Ergebnisse positiv sein, strebe die Stadt einen gemeinsamen Architekturwettbewerb mit dem Land an. Der Vorsitzende des Vereins „Forum Kulturcampus“ ist auch deshalb guter Dinge, weil der Frankfurter SPD-Jahresparteitag im April entschieden hatte, dass die Stadt Geld für das „Zentrum der Künste“ geben solle. Doch ein Votum der SPD-Delegierten ist noch kein Plazet der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen. Und ein solcher Beschluss steht noch immer aus. Mumme beziffert die Kosten des „Zentrums der Künste“ auf 40 Millionen Euro, während Elmar Fulda, der Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, sogar von bis zu 60 Millionen Euro ausgeht.

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