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Ein Hexagon mit Logen gegen die Ansteckung: Modell.
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Ein Hexagon mit Logen gegen die Ansteckung: Modell.

Frankfurt

Kultur erleben im Sommerbau

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Künstlerhaus Mousonturm und Frankfurt LAB errichten ein corona-gerechtes Freilichttheater für die Freie Szene der Region – in Offenbach an der Stadtgrenze zu Frankfurt.

Das Projekt hat das Zeug wegweisend zu werden, nicht umsonst nehmen an der digitalen Präsentation Kunst- und Kulturschaffende aus ganz Deutschland teil. Aus Berlin und Hamburg sind sie zugeschaltet, um zu erfahren, was da am Main entstehen soll, damit Theater, Konzerte und Auftritte bald wieder möglich sind. Zumindest unter freiem Himmel. „Sommerbau“ nennt sich das vom Künstlerhaus Mousonturm und dem Frankfurt LAB ausgetüftelte Vorhaben. Es geht um ein coronagerechtes, temporäres Freilicht-Logentheater zwischen Frankfurt und Offenbach. „Es wird den Sommer und die Theaterlandschaft mit prägen“, ist Frankfurt-LAB-Vorstand Philipp Schulte sicher.

Die Pläne stammen von dem Berliner Architekturkollektiv Raumlaborberlin, das bereits im vorigen Jahr mit dem „Bau“ einen spektakulären Bühnenraum aus Lehm und Holz in den Vorführsaal des Mousonturms gezimmert hatte. Daran anknüpfend habe man weiter überlegt, „wie Theater langfristig in Corona-Zeiten stattfinden kann“, so Matthias Pees, Intendant des Mousonturms. Benjamin Foerster-Baldenius von Raumlaborberlin formuliert die Losung: „Wir müssen ’raus.“ Insofern ist ein Open-Air-Modell die konsequente Weiterführung des Logenbaus im Künstlerhaus, der bereits im Februar hätte abgerissen werden sollen, nun aber bis zu den Ferien erhalten bleibt - in der Hoffnung auf „wenigstens noch zwei Spielmonate“, sagt Pees.

Wie dieser erinnert auch der Sommerbau mit seiner runden offenen Form an ikonische Theaterräume wie Shakespeares Globe Theatre. Obwohl die sechseckige Bühne in der Mitte liegt, „steht das Publikum im Mittelpunkt“, erläutert Foerster-Baldenius. Eine Konstruktion aus Stahlgerüsten und Holz in Form eines vierstöckigen Hexagons bietet auf drei Etagen etwa 100 überdachte und durchlüftete Zweierlogen. 200 bis 300 Zuschauer:innen finden darin Platz, je nach Pandemie-Lage und Vortragsart. Die Kosten für das Bauwerk sind mit 380 000 Euro veranschlagt und laut Pees schon „weitgehend abgedeckt“.

Gefördert wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Programm „Ins Freie!“ sowie mit dem von der Bundesregierung aufgelegten „Neustart Kultur“. er Sommerbau setzt nicht nur Maßstäbe in Sachen corona-kompatibler Kulturerlebnisse, er ist auch ein Beispiel der Kooperation.

Christian Fausch vom Künstlerischen Management des Ensemble Modern meint: „Wenn die Corona-Pandemie etwas Gutes zutage gefördert hat, dann ist es ein gestärkter Zusammenhalt.“ So soll das Freilicht-Theater nicht nur den LAB-Partnern Mousonturm, Ensemble Modern und Dresden Frankfurt Dance Company zur Verfügung stehen, sondern auch etlichen weiteren Spielstätten und Institutionen der Freien Szene in Frankfurt wie in Offenbach. Das Grundstück nämlich, das nach intensiver Suche als geeignet ausgemacht wurde, liegt im Offenbacher Kaiserleiviertel, umringt von Autobahnen und -häusern, Eigentümerin ist die OFB Projektentwicklung.

Wie die Kultur sollte auch die Politik „Kreativität in der Suche nach individuellen Lösungen und alternativen Formaten“ beweisen, fordert Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Mit dem Sommerbau sei der „erste großartige Aufschlag“ gelungen. Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) freut sich, dass das Projekt „trotz der Pandemie die Chance auf ein Stück sommerliches Kulturleben für die beiden Nachbarstädte und die unmittelbare Region eröffnet“.

Sollten alle nötigen Genehmigungsverfahren rechtzeitig abgeschlossen sein, könnten mit den Sommerferien Mitte Juli die Vorstellungen beginnen. Der Gerüstbau könne innerhalb weniger Wochen errichtet werden und bestehe zu 90 Prozent aus Materialien, die sich zusammen- und wieder auseinander bauen ließen, sagt Foerster-Baldenius. Bis Oktober soll die Freilichtbühne stehen. Bis dahin gibt es etwa drei Monate Programm verschiedener hessischer Ensembles mit ihren größtenteils in der Pandemie entstandenen Projekten. Anfang Juni soll es vorgestellt werden.

Der Bau ensteht zwischen Frankfurt und Offenbach.

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