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Barbara Heier-Rainer:   Collage aus der Serie „We are Family“
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Barbara Heier-Rainer: Collage aus der Serie „We are Family“.

Kunst

Kultur braucht Getümmel

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Die FR-Serie „Kunst in Frankfurt“ hat Künstler und Künstlerinnen porträtiert, weil Ausstellungen ausfielen. Nun ist sie zu Ende - das Fazit fällt dank der zahlreichen Resonanz positiv aus.

Corona hat das Leben und die Welt verändert, Kunstschaffende sind in spezieller Weise davon betroffen, denn ihnen fehlen in der Pandemie Ausstellungen und Märkte, auf denen sie ihre Werke präsentieren und natürlich auch verkaufen können. Deswegen hat die Frankfurter Rundschau zum Jahreswechsel eine kleine Serie gestartet und einige Künstlerinnen und Künstler aus Frankfurt und der Rhein-Main-Region in Kurzporträts vorgestellt. Die Reihe ging am Freitag zu Ende – und wir waren selbst überrascht, auf wie viel Resonanz sie bei Leserinnen und Lesern sowie in der Kunstszene stieß. Es kamen einige Zuschriften von weiteren Kunstschaffenden, die gern berücksichtigt werden wollten in der Serie, die in Absprache mit dem Berufsverband Bildender Künstler:innen (BBK) Frankfurt entstand.

Joerg Eyfferth: „Glas“, Öl auf Leinwand.

Die Idee kam nicht zufällig in der Adventszeit auf. Parallel zum großen Frankfurter Weihnachtsmarkt gibt es seit anno 1922 einen Kunstmarkt in den Römerhallen, jeweils mehr als 50 Mitglieder des BBK waren in den vergangenen Jahren beteiligt. Weitere 50 Künstlerinnen und Künstler konnten zur gleichen Zeit in der Jahresausstellung des BBK in der Paulskirche ihre Werke zeigen. Doch 2020 fiel alles aus, alles war anders: kein Weihnachtsmarkt, kein Kunstmarkt, keine Jahresausstellung.

Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce: „Out-Raus“, Bleistiftzeichnung.

„Viele von uns machen da Umsätze, mit denen wir einige Monate gut über die Runden kommen können“, sagt BBK-Sprecher Markus Elsner. Der Kunstmarkt sei ein „immanent wichtiger Einnahmeort“, die Teilnehmenden seien dort den ganzen Tag an ihren Ständen vertreten und kämen ins Gespräch mit dem Publikum, das in die Tausende ginge. Das direkte Erleben sei wichtig, um Kunst verkaufen zu können. „Wir brauchen das Getümmel.“

Almut Knebel: „Imagine 2“, Mischtechnik.

Zumal da der Kunstmarkt und die BBK-Jahresausstellung nicht die einzigen Kunstereignisse waren, die in den vergangenen zehn Monaten wegen Corona abgesagt werden mussten. „Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr gab es wieder Ausstellungen, aber meist ohne Vernissagen und Finissagen“, sagt Elsner. Manche Galerien hätten zwar Hygienekonzepte ausgearbeitet, dann aber keine Möglichkeiten gehabt, deren Einhaltung umzusetzen und zu kontrollieren. Und selbst dort, wo es Ausstellungen gegeben habe, sei die Zahl der Gäste sehr gering gewesen.

Klaus Philipp, Darmstadt: „Artefakte 1“, Fotografie aus der Serie „Artefakte“

Damit geht es bildenden Künstlerinnen und Künstlern kaum anders als anderen Kulturschaffenden und Soloselbstständigen. Ob Musik, Theater, Tanz, Performance, Kabarett, Kleinkunst oder bildende Kunst: Angehörige all dieser Branchen befänden sich derzeit „in einer extrem schwierigen, existenziellen Notlage“, die Hilfen von Bund, Land und Kommunen seien da lediglich „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Manche würden am Ende „auf der Strecke bleiben“, in Sachen Kultur werde „viel an Wiederbelebung nötig sein“, selbst wenn sich die Lage denn irgendwann wieder einigermaßen entspanne, befürchtet Elsner.

Jochen Keute: „Frankfurt plus“, Fotografie

Auch eine Onlineoffensive, wie sie der BBK Frankfurt startete, richte zwar nicht allzu viel aus, sei aber besser als gar nichts. Etwa hundert seiner 330 Mitglieder aus 30 Nationen präsentieren sich mittlerweile in einem eigens erstellten Katalog auf der Homepage des Verbands, mindestens weitere 150 sollen noch hinzukommen.

Ein gutes Dutzend der im BBK Frankfurt organisierten Künstlerinnen und Künstler hat die Frankfurter Rundschau in den vergangenen drei Wochen vorgestellt. Eine Künstlerin, die Bildhauerin und Malerin Chris Kircher, konnte infolge des FR-Beitrags vier Skulpturen verkaufen. Gern hätten wir weiteren Kunstschaffenden dieses Forum geboten, doch da nun andere Serien und Aufgaben anstehen, haben wir entschieden, die Reihe zu beenden, wollen aber zum Abschluss immerhin ein paar weiteren Werke und deren Schöpferinnen und Schöpfer abbilden.

Udo Reckmann: „Rassismus ist Scheiße“, Acryl auf Leinwand.

www.bbk-frankfurt.de

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