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Nur noch 35 Stunden arbeiten die Pflegekräfte in den beiden Rokreuz-Kliniken.

Rotkreuz-Kliniken

Kürzere Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich

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Seit Jahresbeginn gibt es in den Rotkreuz-Kliniken die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Sie sollen entlastet werden und mehr Zeit mit der Familie verbringen können.

In den beiden Rotkreuz-Kliniken arbeiten die Pflegekräfte seit Jahresbeginn nicht mehr 38,5 Stunden, sondern nur noch 35 Stunden – und das bei vollem Lohnausgleich, wie der Geschäftsführer Gunnar Sevecke am Montag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau bestätigte. Sevecke geht davon aus, dass die Rotkreuz-Kliniken, die nur 900 Meter voneinander entfernt in der Königswarterstraße 16 und der Scheffelstraße 2-14 liegen, die bundesweit wahrscheinlich ersten Krankenhäuser sind, die eine solche Arbeitszeitverkürzung vornehmen.

Begründet wird dieser Schritt mit den hohen Arbeitsanforderungen. So nehme zum einen die Zahl der Patienten zu, die eine intensive Pflege benötigen. Zum anderen müssten die Pflegekräfte auch zunehmend „administrative und dokumentarische Tätigkeiten“ wahrnehmen, wie es in einer Mitteilung an die Presse heißt. Die Rotkreuz-Kliniken möchten mit der Arbeitszeitverkürzung nicht nur neue Pflegekräfte in einem stark umkämpften Markt gewinnen, sondern den eigenen Beschäftigten „etwas zurückgeben“, so die Oberin der beiden Rotkreuz-Schwesternschaften Karin Schoppet. Man wolle die Pflegekräfte „körperlich entlasten“ und ihnen „mehr Zeit mit ihren Familien“ ermöglichen.

Die Arbeitszeitverkürzung ist auf zunächst zwei Jahre befristet. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Geschäftsführer Sevecke auf „etwas über 500 00 Euro“ im Jahr. Beide Krankenhäuser beschäftigen derzeit rund 150 Pflegekräfte. Durch die Arbeitszeitverkürzung würden elf neue Stellen entstehen. Wie die Idee einer 35-Stunden-Woche zustande kam, konnte Sevecke nicht sagen. Er hob die Besonderheiten der Rotkreuz-Krankenhäuser hervor: Sie seien „inhabergeführt“ und gehörten den Schwestern. Es handele sich um sogenannte „Hybrid-Krankenhäuser“, die den Belegärzten die Möglichkeit bieten, ihre Patienten selbst zu operieren. Außerdem gebe es auch eigene Chefärzte. Die beiden Krankenhäuser verfügen über zusammen 365 Betten.

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