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Die Künstlerin Ulrike von der Osten sucht Menschen, die am 8. Mai geboren wurden.
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Die Künstlerin Ulrike von der Osten sucht Menschen, die am 8. Mai geboren wurden.

Kultur

Künstlerin sucht Menschen, die am 8. Mai Geburtstag haben

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Ulrike von der Osten will für eine Ausstellung im S-Bahnhof Taunusanlage in Frankfurt 100 Menschen porträtieren, die alle am gleichen Tag Geburtstag haben.

Die Offenbacher Künstlerin Ulrike von der Osten hat Großes vor – und dafür nur noch ziemlich wenig Zeit. Für eine Ausstellung, die schon in vier Monaten eröffnen soll, in der B-Ebene der Frankfurter S-Bahn-Station Taunusanlage will sie eine außergewöhnliche Kunstinstallation schaffen. Von der Osten, Jahrgang 1962, sucht Menschen, die am 8. Mai geboren wurden, Jahrgang egal.

Das Datum ist symbolträchtig wie kaum ein zweites im 20. Jahrhundert: An diesem Tag endete der Zweite Weltkrieg in Deutschland mit seinen bis dahin nicht gekannten Verwüstungen und Millionen Toten. „Scheitelpunkt“ soll von der Ostens Installation heißen. Der 8. Mai, sagt die Künstlerin, sei so ein Wendepunkt, der Tag des Zusammenbruchs von Nazi-Deutschland, ein Tag der Befreiung und des Wegs in die Demokratie. „Überall sind wir einem Auf und Ab ausgesetzt, Scheitelpunkte bestimmen unser Leben, vom Atmen bis zur Politik“, sagt sie. Es gehe in dieser Installation um das große Thema Freiheit und auch um die Entscheidungen, die die einzelnen Menschen manchmal freiwillig, manchmal auch gezwungenermaßen fällen.

Neue Ausstellungsreihe

Der Frankfurter Kunstverein „Ebene B1“ hat zu Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 zehn Künstler und Künstlerinnen gesucht, die in den Galerieräumen im Zwischengeschoss der S-Bahnstation Taunusanlage ausstellen wollen. Eröffnet werden soll die Reihe im kommenden April mit einer Installation von Christine Biehler, dann folgt Ulrike von der Osten im Mai mit „Scheitelpunkt“.

Verbunden ist die Ausstellung mit einer Corona-Zahlung von jeweils 2000 Euro. Ermöglicht wird das neben privaten Spenden und eigenen Mitteln des Vereins vom Kulturamt Frankfurt und der Stiftung Kultur-Mut, hinter der die Aventis Foundation steht, außerdem von der Deutschen Bahn, der Hessischen Kulturstiftung und der Firma Eisele Baudekoration.

Die Ausstellungsräume in den B-Ebenen der Taunusanlage gibt es seit 2018. Seither sind hier regelmäßig zeitgenössische Künstler:innen aus dem Rhein-Main-Gebiet zu sehen. aph Wer am 8. Mai Geburtstag hat, kann Kontakt aufnehmen unter www.ulrike-von-der-osten.de, 8th_ofmai@web.de, Instagram: ostenvonder. Sie benötigt für ihre Porträts ein Frontal- und ein Profilbild sowie nach Möglichkeit eine Dreiviertelansicht des Kopfes.

Eigentlich ist von der Osten, die mit dem Städel-Restaurator Stephan Knobloch verheiratet ist, ausgebildete Malerin. Für ihre aktuelle Installation will sie aber neben Gemälden auch Porträtskulpturen der „Kinder des 8. Mai“ in verschiedenen Formaten und Materialien wie Ton, Knetmasse oder Pappmaché formen und sucht eben noch dringend Modelle – einzige Bedingung, wie gesagt, ist der Geburtstag am 8. Mai. „Ich hoffe, dass die Leute sich trauen, sich bei mir zu melden“, sagt sie.

Ein von Ulrike von der Osten geschaffenes Porträtköpfchen.

Ist das nicht sehr sportlich, 100 Köpfe in nicht mal mehr zwölf Wochen zu fertigen? Das mag zwar eine Herkulesaufgabe werden, aber sie sei optimistisch, das zu schaffen, meint die Künstlerin. Sollte sich die Corona-Pandemie bis zum Ausstellungsbeginn im späten Frühjahr noch nicht beruhigt haben – die Installationen in der unterirdischen B-Ebene sind auch durch die großen Fenster zu sehen.

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