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Der Dombaumeister in seinem Element auf der Baustelle.

Abschied

Frankfurt: Abschied vom Dombaumeister

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Dombaumeister Robert Sommer geht nach 30 Jahren Arbeit für die großen Frankfurter Kirchen in den Ruhestand.

Er ist ein Mann, der auch auf einem schwankenden Brettersteg in luftiger Höhe einen kühlen Kopf behält. Drei Jahrzehnte lang hat der Architekt Robert Sommer Sorge getragen für den baulichen Zustand des Frankfurter Kaiserdoms, des größten Gotteshauses der Stadt. Seit 2007 besaß er offiziell den Titel Dombaumeister. Aber auch um die anderen Dotationskirchen der Stadt, also die acht Gotteshäuser in Verantwortung der Kommune, kümmerte sich der Fachmann. Jetzt hat die Stadt den 66-Jährigen in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin als erste Dombaumeisterin in Frankfurt überhaupt ist die Architektin Julia Lienemeyer.

Nach einem Architekturstudium in Mainz ging Sommer zunächst zu einem Architekturbüro, das auf denkmalgeschützte Bauten spezialisiert war. 1985 kam er zur Stadt Frankfurt. Seine erste Aufgabe war die Sanierung und Modernisierung des historischen Gebäudebestands im Palmengarten. 1988 dann wurde er mit der Innensanierung des Kaiserdoms betraut – es war der Auftakt für die große Aufgabe seines Arbeitslebens.

Denn die Instandsetzungsarbeiten am Dom, für die die Stadt viel Geld ausgibt, hören natürlich nie auf. Seit 2015 ist das Gotteshaus wieder zum Teil eingerüstet, es geht um die Sanierung von Fassaden und eines Teils der Dachfläche. Allein für diese Arbeiten investiert die Stadt zehn Millionen Euro.

Arbeit an vielen Gebäuden

Die anderen Dotationskirchen, für die Sommer neben dem Dom Sorge trug, sind die Nikolaikirche am Römerberg. St. Leonhard, Liebfrauen, die Katharinenkirche, Dreikönig, die Peterskirche und das Dominikanerkloster. Zuletzt kümmerte sich der Baumeister um die aufwendige Innensanierung der Liebfrauen- und die Restaurierung der Leonhardskirche. Doch Sommer war auch an der Sanierung der Fassade der Alten Oper, an der Renovierung des Bolongaropalastes in Höchst und an den Arbeiten am Römer beteiligt.

Im April 2019 sorgte der verheerende Brand des französischen Nationaldenkmals Notre Dame in Paris für Aufregung auch in Frankfurt. Sofort tauchte die Frage auf, ob ein solcher Brand auch den Frankfurter Kaiserdom heimsuchen könnte. Sommer warnte in vielen Gesprächen mit Medienvertretern vor Panik. Er verwies darauf, dass der Dachstuhl des Doms aus Puddelstahl besteht, der wesentlich schwerer entflammbar sei als das hölzerne Dach von Notre Dame. Auch gebe es im Frankfurter Dom eine Steigleitung, durch die Löschwasser nach oben gepumpt werden könne.

Baudezernent Jan Schneider (CDU) dankte dem Dombaumeister für „sein engagiertes Wirken“. Seine Arbeit an wichtigen Gebäuden der Stadt werde man auch in vielen Jahren noch sehen können.

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