Frankfurt

Kubi in Frankfurt bringt Buch heraus

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Das Werk gibt Einblicke in die Geschichte und die Projekte des Vereins für Kultur und Bildung. Noch immer müsse viel getan werden, um benachteiligte Jugendliche Chancengleichheiten zu ermöglichen.

Es sind die Geschichten, die zeigen, warum der Verein für Kultur und Bildung (Kubi) seit mehr als 25 Jahren so erfolgreich ist. Etwa jene von der 21-jährigen Sevgi (Name geändert). Bei ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau im öffentlichen Dienst kämpfte sie mit Prüfungsängsten. Das Ausbildungs-Coaching von Kubi half ihr, diese in den Griff zu bekommen und ihren Abschluss zu machen. Oder das Beispiel einer Mutter aus Afghanistan, die nie die Schule besucht hatte. Dank eines intensiven Trainings konnte sie ihre Prüfung zur Köchin auf Anhieb meistern.

„Bildung ist das Wichtigste“, sagt Kubi-Gründer und Geschäftsführer Arif Arslaner. Sie ermögliche die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Vor mittlerweile fast 27 Jahren gründete Arslaner den Verein, der versucht, die schulischen und beruflichen Integrationschancen von jungen Menschen zu verbessern. „Es gab damals nichts Vergleichbares, keine Angebote von Migranten für Migranten.“ Der Geschäftsführer war selbst mit 16 Jahren nach Deutschland gekommen und lernte die Vor- und Nachteile des Schulsystems am eigenen Leib kennen. Als er Kubi gründete wusste er, woran es haperte und was andere Migranten brauchten.

Das bestätigt auch seine Schwester Hilime Arslaner-Gölbasi. Sie war lange stellvertretende Geschäftsführerin im Verein und ist Frankfurter Stadtverordnete für die Grünen. „Kubi war immer am Puls der Zeit“, sagt sie. Man habe den Riecher gehabt, was der aktuelle Bedarf war und entsprechende Projekte ins Leben gerufen. Oftmals waren diese mit kalkulierbaren Risiken verbunden, wie Arif Arslaner erzählt. Nicht immer stand die Finanzierung, und trotzdem habe man mutig Projekte, wie das Ausbildungs-Coaching als Maßnahme gegen die hohe Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund, begonnen – sehr häufig mit Erfolg.

Kubi

Der Verein für Kultur und Bildung (Kubi) wurde 1993 von Türken und Deutschen in Frankfurt gegründet.

Der Hauptsitz ist in der Hanauer Landstraße 182a, zudem gibt es noch ein Bewerbungszentrum in der Berger Straße.

Aktuell arbeiten rund 200 Beschäftigte aus etwa 18 Nationen in 40 Projekten des Kubi.

Projekte sind beispielsweise Jugendhilfe an Schulen, sozialpädagogische Familienhilfe, Extremismusprävention oder die Unterstützung der beruflichen Bildung on Jugendlichen.mic

Grundsätzlich richten sich die Angebote aber an alle Menschen – Migration hin oder her. „Es gibt viele gemeinsame Werte, die uns verbinden“, sagt Arif Arslaner. Beispielsweise den Respekt gegenüber anderen Menschen, Tieren und der Natur. Auch das versuche man zu vermitteln, damit im Umgang miteinander dieselben Grundprinzipien gelten.

Nun erscheint erstmals ein Buch mit dem Titel „Moment mal“ über die Arbeit des Frankfurter Vereins für Kultur und Bildung. Auf rund 120 Seiten gibt es Entwicklungs- und Erlebnisberichte aus dem sozialpädagogischen Bereich. Es geht um die Geschichte der Migranten in Frankfurt, der Gastarbeiterkinder, der Ausländerfamilien und anderer Menschen, die nicht ohne Schwierigkeiten durch das System kommen.

So bietet das Buch neben Beispielen und Kubi-Projekten auch Zahlen und Fakten zu den Themen Migration und Bildung. Egal ob zur Schulbildung, Ausbildung oder bei der Familienhilfe.

Autorin Nadja Buoyardane berichtet, dass das Material, das der Verein ihr gab, auch eng mit ihrer eigenen Geschichte verwoben war. Sie ist in Frankfurt geboren und wuchs in einer deutsch-spanisch-marokkanischen Familie auf. Sie kennt die Perspektive der damaligen Gastarbeiter genauso wie die der Kinder in den „Ausländerklassen“ – man könnte sagen, sie weiß, wovon sie schreibt.

Das Buch richte sich an alle Interessierten. Kommunen oder Institutionen können es für 39 Euro erwerben. „Wenn zu uns jemand kommt, der es haben möchte, aber kein Geld dafür hat, dem schenken wir es auch“, sagt Arif Arslaner. Am Freitag, 31. Januar, wird das Buch im Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Mainzer Landstraße 293, um 15 Uhr öffentlich vorgestellt.

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