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Schwungvoll gestalten die Schüler die Zäune im Park.

Frankfurt-Nordend

Krokodile im Holzhausenpark

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Kinder der Engelbert-Humperdinck-Schule gestalten die Zäune des Holzhausenparks im Frankfurter Nordend. Bis zu fünf Jahre lang sollen die hölzernen Latten junge Sträucher und Bäume beim Anwachsen schützen.

Bunte Zäune zum Schutz der Bäume, gestaltet von Schülern: Das Kinderbeteiligungsprojekt zur Sanierung des Holzhausenparks geht in die letzte Etappe. Knapp 500 Schüler aus dem Nordend hatten bei einer Kinderkonferenz im März Ideen gesammelt, die zur Aufwertung der Zäune im Park beitragen sollen. Nun geht es an die Umsetzung.

Zur Wiedereröffnung des Spielplatzes im September gestalteten die Kinder die ersten 100 Latten. Jetzt sollen die restlichen 100 Meter Zaun dekoriert werden. Eine Gruppe von 16 Dritt- und Viertklässlern der Engelbert-Humperdinck-Schule (EHS) setzt die Ideen stellvertretend für alle befragten Kinder um. Von Mittwoch bis Freitag sind die Schüler im Park, um zu streichen, sägen und schrauben.

„Es ist echt cool, dass wir mitentscheiden dürfen“, sagt die neunjährige Anna Lux, Sprecherin einer dritten Klasse der EHS. Und die Schüler sind sich weitgehend einig: Bunt sollen die Zäune werden, ausgestattet mit durchgängigen Mustern, Comicfiguren wie Asterix und Obelix sowie Bildern von Tieren und Kindern, die lebensecht wirken.

Die Ergebnisse lieferte der Verein BSJ Marburg, der vom Kinderbüro mit der Befragung beauftragt wurde. In den nächsten Tagen wird das Projekt abgeschlossen. Zunächst werden die Holzlatten abmontiert, weiß grundiert und anschließend mit wetterfester Farbe bemalt. Im zweiten Abschnitt geht es an die Figurengestaltung. Vorgezeichnete Motive werden auf Siebdruckplatten übertragen und ausgeschnitten. Später sollen die Elemente thematisch passend auf den Zäunen angebracht werden.

„Das Krokodil und die Flamingos gehören natürlich in die Nähe des Teichs“, erklärt die neunjährige Eva-Lotte Lea. Die rosafarbenen Vögel hat sie von der Jacke einer Freundin abgezeichnet. „Und der Drache wird bei der Höhle und die Biene nahe der Blumenbeete platziert“, ergänzt Bauleiter Jannis Gerling vom BSJ. „Das intensive Einbeziehen der Kinder ist wichtig, um ihnen zu verdeutlichen, warum wir ihnen vorübergehend einen Spielbereich wegnehmen müssen“, erklärt er.

Die alten Parkbäume waren zuletzt nicht mehr richtig im Boden verwurzelt gewesen, eine Buche war 2017 gar umgestürzt. Neu gepflanzte Sträucher sollen das Erdreich nun auflockern. Bis zu fünf Jahre kann es dauern, bis die Bäume angewachsen sind. So lange sollen auch die Zäune im Park bleiben.

„Ein bisschen schade ist das schon, weil wir gerne zwischen den Bäumen gespielt haben“, sagt Anna Lux. Doch sie erkennt die Notwendigkeit der Zäune. „Viele Kinder haben die Pflanzen auch kaputt gemacht.“ Sie hätten Blätter abgerissen und Äste abgeknickt, seien auf den Bäumen geklettert. „Nun brauchen die Pflanzen eben mal Ruhe, so wie auch Menschen manchmal eine Pause brauchen.“

„Es ist schön zu hören, dass die Kinder die Hintergründe verinnerlicht und ein Verständnis für Umweltschutz entwickelt haben“, sagt Susanne Feuerbach vom Kinderbüro. Während der Konferenz im März sei ausführlich über Naturschutz gesprochen worden. Auch das war ein Ziel des Projekts: Die Kinder für ihre Umwelt zu sensibilisieren.

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