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Kröten verzögern Denkmalreinigung auf dem Friedhof

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Situation in der Denkmalrotunde auf dem Hauptfriedhof am Dienstag.
Die Situation in der Denkmalrotunde auf dem Hauptfriedhof am Dienstag. © Monika Müller

Nach dem Farb-Anschlag aufs Kriegsdenkmal: Die Arbeiten dauern länger, weil Rücksicht auf Amphibien genommen wird.

Das Frankfurter Grünflächenamt hat keine Informationen darüber, wer für den Farbanschlag auf das Kriegsdenkmal am Hauptfriedhof verantwortlich ist. Die Behörde habe am 12. August den Schaden festgestellt und Anzeige erstattet, berichtete eine Sprecherin. Die Polizei sei an diesem Tag auch vor Ort gewesen, danach seien die Rotunde abgeschlossen und ein Hinweisschild am Tor angebracht worden.

Unbekannte hatten in der Nacht zuvor das Ehrenmal mit Schriftzügen wie „Den Tätern“ (statt im Original: „Den Opfern“) und „Kein Denkmal der SS!!!“ bemalt. Sie protestierten damit dagegen, dass den Tätern der Kriege mit dem Denkmal mehr Ehre zuteil werde als den Opfern, hieß es in einem Bekennerschreiben auf der Onlineplattform Indymedia.

Am folgenden Montag, 15. August, habe das Grünflächenamt begonnen, Angebote für die Entfernung der Farbe einzuholen, berichtete die Behördensprecherin, und am 22. August einen Dienstleister beauftragt. Die Arbeiten wurden dadurch verzögert, dass Reinigungswasser in den Graben am Denkmalgebäude zu fließen drohte. In dem Wassergraben leben viele Amphibien. Die Firma musste zunächst ein Nachtragsangebot erstellen: inklusive Auffangen des Schmutzwassers. Das ist inzwischen geschehen, die Reinigung läuft und wird voraussichtlich bis in die kommende Woche daúern.

Wie die Täter:innen aufs Gelände des Friedhofs kamen, ist unklar. Entweder ließen sie sich vor Toresschluss am Abend einsperren oder verschafften sich illegal Zutritt.

Gibt es häufig Farbanschläge auf Friedhöfen? „Vorfälle in diesem Ausmaß sind bislang nicht bekannt“, sagte die Sprecherin. An den Straßenseiten von Friedhofsmauern seien mitunter Graffiti aufgesprüht worden. Die Intention der Täter:innen lasse sich jedenfalls nicht nachvollziehen: „Das Denkmal soll den Kriegsopfern der beiden Weltkriege gedenken“, so die Sprecherin.

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