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Vorsichtig manövriert ein Kran die neue Kuppel auf ihren Platz auf dem Dach der russisch-orthodoxen Nikolauskirche in Hausen.
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Vorsichtig manövriert ein Kran die neue Kuppel auf ihren Platz auf dem Dach der russisch-orthodoxen Nikolauskirche in Hausen.

Hausen

Krönung fürs Gemeindehaus

  • VonMarius Etzel
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Nach Jahren der Planung erhalten die Russisch-Orthodoxen in Hausen eine Kuppel. Mehr als 6000 Stunden haben sie an dem 458 Kilo schweren und 15 000 Euro teuren Konstrukt gearbeitet.

Alles kostet viel Zeit, wenn man kein Geld hat“, sagt Sergej Tarassow. Er weiß, wovon er spricht. Als Architekt ist es nicht immer leicht, oft ziehen sich Bauprojekte in die Länge. Ein kleineres, jedoch sehr persönliches Projekt hat gestern sein feierliches Ende gefunden: Auf dem Gemeindedach der russisch-orthodoxen Nikolauskirche in Hausen schimmert nun eine kupferfarbene Kuppel.

Mehr als 6000 Stunden haben Tarassow, sein Neffe, seine Schwester und Kunstschmiede an dem 458 Kilo schweren und 15 000 Euro teuren Konstrukt gearbeitet. Nach und nach, mit tausenderlei Handgriffen, aus Holz, Kupfer und Stahl formten sie die Kuppel samt goldenem Kreuz. Geplant wurde das Gebilde an Tarassows Schreibtisch in Paris, wo er studiert hat und ein Architekturbüro leitet. Geboren und aufgewachsen ist er jedoch in Bad Homburg, verbrachte seine Kindheit innerhalb der russisch-orthodoxen Gemeinde.

Als die Weihe der Kuppel beginnt, spürt man Tarassows Freude. Graf Dimitri Ignatiew, Erzpriester der Gemeinde, leitet die Zeremonie. Er steht vor der noch auf dem Boden ruhenden Kuppel, spricht Gebete auf Russisch, die Anwesenden antworten, er besprenkelt die Kuppel dreimal mit Weihwasser und spricht weiter. Immer wieder bekreuzigen sich die Menschen. Ein Troparion, ein kurzer Gesang, auf die Kuppel, auf das goldschimmernde Kreuz.

Aus einem Reisebus steigen junge Pfadfinder. Sie kommen aus Deutschland und Frankreich. Mädchen und Jungen tragen Uniform: kurze Hosen, Stiefel und eine Art Barett. Sie stellen sich zu den anwesenden Frauen, die Röcke tragen, einige auch Kopftücher. Geistliche in grauen und schwarzen Gewändern stehen dabei. Alle singen, während die Kuppel per Kran auf den gläsernen Sockel gesetzt wird. „Es ist der Abschluss des Gemeindehauses, das 2002 gebaut wurde. Durch die Kuppel ist es nun vollständig“, sagt Georg Poloczek, Diakon der Nikolauskirche. Zusammen mit dem Erzpriester leitet er den sonntäglichen Gottesdienst. Rund 250 Gläubige drängen sich dann in die Nikolauskirche. Holzbänke stehen dort, dunkel ist es. Hier taufen die Priester auch. „Wir haben 1000 Taufen pro Jahr, zwei Kinder pro Sonntag“, sagt Michael Gorack, Kirchenältester der Hausener Gemeinde. Und wie viele Mitglieder hat die Gemeinde? „Das weiß ich nicht. Wir haben kein Register.“ Er gehe jedoch von mehreren Tausend aus.

Nach der feierlichen Handlung trifft man sich im Gemeindehaus zum Essen und Trinken. Wasser, Saft, Tee wird gereicht – später vielleicht auch Wodka. Am Buffet bedient man sich an Schnittchen. „Hier genießen wir das Leben“, sagt Ignatiew, nimmt ein Lachshäppchen und mischt sich unter seine Gemeinde.

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