Städtische Bühnen

CDU kritisiert Bühnen-Stabsstelle in Frankfurt

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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  • Florian Leclerc
    Florian Leclerc
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Die CDU sieht ihren Vorschlag zum Bühnen-Neubau nicht ausreichend gewürdigt.

Die CDU-Fraktion im Römer erhebt schwere Vorwürfe gegen die städtische Stabsstelle zur Zukunft der Bühnen. Sie agiere nicht mehr unabhängig und überparteilich, sagte der kulturpolitische Sprecher der CDU, Thomas Dürbeck, im Gespräch mit der FR. So habe die Stabsstelle den von der CDU favorisierten Neubau der Bühnen am Frankfurter Osthafen so untersucht, „dass dies als schlechteste Variante dasteht“. Er bedauere, dass sich der Leiter der Stabsstelle, Michael Guntersdorf, von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) so instrumentalisieren lasse, erklärte Dürbeck.

Hartwig hatte Mitte Juni ihr Konzept einer „Kulturmeile“ vorgestellt. Es sieht vor, dass eine neue Oper auf dem Grundstück Neue Mainzer Straße 47-51 gebaut werden soll, einem Areal im Besitz der Frankfurter Sparkasse. Auf demselben Areal erhielte das Unternehmen außerdem Baurecht für ein Bürohochhaus. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hatte den Eindruck erweckt, beides könne im Tauschgeschäft abgewickelt werden. Die Stadt müsse für das Grundstück kein Geld zahlen.

Dürbeck bezweifelte, dass sich Oper und neues Bürohochhaus in vernünftiger Weise auf der begrenzten Fläche unterbringen ließen. Das Grundstück sei so beengt, dass eine Oper „Teil des Hochhauses“ werden müsse. Das wiederum bedeute, dass kein unabhängiger internationaler Architektenwettbewerb für die Oper organisiert werden könne, sondern dass die Sparkasse Einfluss nehmen werde. „Es entstünde Investorenarchitektur“, kritisierte der CDU-Politiker.

150 Millionen Euro für das Operngrundstück?

Auch ist Dürbeck überzeugt, die Stadt werde mindestens 150 Millionen Euro für das Operngrundstück zahlen müssen. Das verschwiegen Hartwig und Josef aber den Menschen. „Für dieses Geld ließe sich die Zukunft des Frankfurter Zoos sichern“, erklärte der CDU-Sprecher.

Das Thema wurde auch in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung behandelt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) beantwortete in der Fragestunde schriftlich eine Frage der AfD-Fraktion, wonach es noch gar keine Gespräche zwischen der Stadt und der Frankfurter Sparkasse über das Areal an der Neue Mainzer Straße 47-51 gegeben habe. Hartwig räumte ein: „Es gab keine Verhandlungen mit dem Vorstand der Frankfurter Sparkasse oder der Landesbank Hessen Thüringen“. Allerdings seien „Sondierungsgespräche“ mit der Helaba geführt worden. Die Bank habe sich „grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber einer Beplanung des Grundstücks beziehungsweise einem Opernneubau gezeigt“. Die AfD-Stadtverordnete Monika Krause monierte, dass die Kaufpreise für das Grundstück offen seien.

Die Stabsstelle zur Zukunft der Bühnen hatte zuvor Kosten für verschiedene Varianten untersucht. Demnach kostet ein Neubau am Osthafen etwas mehr als 800 Millionen Euro. Der Neubau der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz kostete 873,4 Millionen Euro. Die Neubauten des Schauspiels am Opernplatz und der Oper am Willy-Brandt-Platz kämen auf 848,5 Millionen Euro. Die „Spiegellösung“ am Willy-Brandt-Platz kostete 836,1 Millionen Euro. Am preiswertesten wäre die „Kulturmeile“ mit 806,3 Millionen Euro.

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