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Joachim Netz, Geschäftsführer der Kulturgesellschaft, war mit den letzten drei Laudatoren nicht glücklich.
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Joachim Netz, Geschäftsführer der Kulturgesellschaft, war mit den letzten drei Laudatoren nicht glücklich.

Frankfurt-Bergen-Enkheim

Kritik an Stadtschreiber-Festrede

  • vonJakob Blume
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Die Festrede des Literaturkritikers Willi Winkler beim Stadtschreiberfest ist bei vielen in Bergen-Enkheim nicht gut angekommen. Die Kulturgesellschaft will deshalb das Auswahlverfahren der Laudatoren ändern. Jurymitlieder sollen künftig ein Veto-Recht erhalten.

Die Festrede des Autors und Literaturkritikers Willi Winkler beim Stadtschreiberfest Anfang September ist bei vielen im Stadtteil nicht gut angekommen. Nun reagiert die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim. Sie will das Auswahlverfahren für die Festredner ändern. In Zukunft solle jedes Jurymitglied ein Veto-Recht erhalten, wenn es Bedenken gegen einen Redner-Vorschlag gebe, sagte Joachim Netz, Geschäftsführer der Kulturgesellschaft, am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortsbeirates 16.

Die Stadtteilpolitiker äußerten scharfe Kritik an der Festrede Winklers, der für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung schreibt und Träger zahlreicher Journalisten-Preise ist.

Sozialbezirksvorsteher Dieter Mönch etwa ärgerte sich, dass Winkler in seiner Rede ehemalige Bundespräsidenten verunglimpft habe. Andere Mitglieder des Ortsbeirates bemängelten, die Rede sei unstrukturiert und schwer verständlich gewesen. „Man hatte den Eindruck, der Mann wusste nicht worauf er sich einlässt“, sagte Eberhard Schwarz von der SPD-Fraktion. Die Besucher des Festzeltes hätten „Aufhören“ gerufen, merkte Reinhard Müller von der WBE-Fraktion an.

Winkler äußert sich nicht zur Kritik

Auch Ortsvorsteherin und Jury-Mitglied Renate Müller-Friese (CDU) ließ durchblicken, dass sie den diesjährigen Festredner für eine Fehlbesetzung hält. Sie bedauere es, dass sich die Jury im Nachgang des Stadtschreiberfestes nicht deutlicher vom Inhalt der Rede Winklers distanziert habe. Der Kritisierte äußerte sich nicht zu seinem Auftritt beim Stadtschreiberfest, eine FR-Anfrage ließ Winkler unbeantwortet.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Jury mit der Auswahl des Festredners daneben lag. Joachim Netz räumte ein, dass er mit den letzten drei Laudatoren nicht glücklich war. In den Jahren zuvor hielten der Soziologe und Globalisierungskritiker Jean Ziegler und die Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber die Festrede zum Stadtschreiberfest. Ziegler habe zwar für ein volles Festzelt gesorgt, sein Beitrag sei jedoch von vielen Besuchern als zu lang empfunden worden, sagte Netz.

Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre wolle man das Auswahlverfahren für das nächste Jahr ändern. Neben einem Veto-Recht sollen die neun Mitglieder der Jury künftig fünf statt bisher zwei oder drei Kandidaten vorschlagen.

Ellen Wild von den Freien Wählern, schlug vor, den Rednern Empfehlungen mit an die Hand zu geben oder den Themen-Bereich der Rede zumindest grob einzugrenzen. Diesem Vorschlag erteile Ortsvorsteherin Müller-Friese jedoch eine klare Absage. Der Festredner sei in seiner Themenwahl ebenso frei, wie der Preisträger selbst. „Der Stadtschreiber ist ein Preis mit vielen Freiheiten – und das ist auch gut so“, betonte Müller-Friese.

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