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Jan Wagner von der Bürgerinitiative Taunusside gibt nicht auf.

Frankfurter Berg

Kritik am neuen Wohngebiet

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Bürgerinitiative Taunside will bei Bebauung des Hilgenfelds mitreden.

Auch wenn die Bebauung des Hilgenfelds unausweichlich ist, will die Bürgerinitiative (BI) Taunusside nicht aufgeben. Geplant ist, auf dem Gelände nördlich des Frankfurter Bergs 850 Wohnungen zu bauen, bis zu 2000 Menschen sollen dort einmal leben. Doch die Bürgerinitiative ist der Ansicht: „Die Bebauung des Hilgenfelds ist keine beschlossene Sache.“

Jan Wagner, Sprecher der BI, stellt klar: „Wir haben nichts gegen die Bebauung an sich.“ Er selbst hat vor einigen Jahren eines der Häuser der Siedlung Taunusside am Frankfurter Berg gekauft, die den Stadtteil auf der nördlichen Seite der Gleise erweitert haben. Wagner und seinen Mitstreitern geht es um die konkrete Ausgestaltung des Bebauungsplans. Die könne erst erfolgen, wenn im Rahmen eines ordentlichen Auslegungsverfahrens Aussagen über die Nutzung der Flächen und die Geschosshöhe getroffen werden.

Es sei üblich, dass Bebauungspläne offengelegt werden, damit Bürger und Institutionen sich diese anschauen und sich dazu äußern können. „Die Stadt Frankfurt sowie ihre Wohnungsbaugesellschaft ABG können damit rechnen, dass die BI zum Bebauungsplan ausführlich Stellung nehmen wird“, kündigt Jan Wagner an.

Er kritisiert, dass diese Phase der Offenlegung von der Stadt nicht abgewartet worden sei. Stattdessen hätten die Verantwortlichen „mit viel Medienecho große Ankündigungen gemacht, ein reiner Marketingeffekt“, kritisiert Wagner. „Das können wir nicht gut heißen.“

Die in der Initiative organisierten Anwohner sind der Meinung, dass viele Auswirkung einer künftigen Bebauung des Hilgenfelds noch gar nicht geklärt seien. So fehle es an einer entsprechenden Infrastruktur. Zwar seien zwei Kitaneubauten vorgesehen, „aber das löst das Schulproblem nicht“. Schon jetzt sei die Betreuungssituation an der nahe gelegenen Albert-Schweitzer-Grundschule sehr kritisch.

Bedenken hat die Bürgerinitiative auch bezüglich des Bahn-Ausbaus. Denn mehr S-Bahnzüge, in denen die neuen Bewohner Platz fänden, sind nicht geplant. Der geplante Ausbau der Mainweser-Bahn von zwei auf vier Gleise soll lediglich die Pünktlichkeit verbessern.

Müssen die Menschen also dann aufs Auto ausweichen? „Dafür ist die Homburger Landstraße nicht ausgelegt“, findet Wagner. Schon jetzt sei die Wegeverbindung zwischen Frankfurter Berg und Bonames, die viele Pendler als Alternative zur A661 nutzen, zu Stoßzeiten stark überlastet.

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