Birgit Schäfer (Stadtteilarbeitskreis Am Bügel), Edeltraut Schwind (Stadtteil-Beirat) und Michael Illing (Bürgerinitaitive Am Bügel) an der Stelle, wo die neue Schule einziehen könnte. 
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Birgit Schäfer (Stadtteilarbeitskreis Am Bügel), Edeltraut Schwind (Stadtteil-Beirat) und Michael Illing (Bürgerinitaitive Am Bügel) an der Stelle, wo die neue Schule einziehen könnte. 

IGS

Kritik an möglichem Standort der IGS im Frankfurter Norden

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Beirat, Arbeitskreis und Bürgerinitiative beziehen Stellung gegen die geplante Schule am Ben-Gurion-Ring. Sie fürchten um Ruhe und Grünanlagen.

Am geplanten neuen Standort für die Integrierte Gesamtschule (IGS) 16 am Ben-Gurion-Ring wird Kritik laut. Gleich drei Initiativen haben dem Ortsbeirat 10 Stellungnahmen überreicht.

Zu den Kritikern zählt Edeltraud Schwind. Sie ist Mitglied des Stadtteil-Beirats „Soziale Stadt Ben-Gurion-Ring“. Dieser versucht, gemeinsam mit anderen Institutionen vor Ort, das Image des Quartiers zu verbessern. Das gilt manchem als Brennpunkt. Der Beirat war auch daran beteiligt, die Vorgaben des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), das die Stadt kürzlich erst vorgestellt hat, umzusetzen. Eines von 16 darin skizzierten Vorhaben ist die Einbindung der neuen Schule.

Doch das sei nach Ansicht von Schwind gar nicht so einfach. So sei das Grundstück „in seiner Breite so begrenzt, dass unserer Meinung nach der Bau von Außenanlagen für den Bedarf einer Schule in dieser Größenordnung nicht möglich ist, ohne die angrenzenden Grünzüge zu stören“. Und genau um diese Grünzüge, deren Schutz und Erweiterung, sei es Schwind und ihren Mitstreitern im Rahmen der ISEK-Gespräche stets gegangen.

Weitere Kritik äußert der Beirat an der zusätzlichen Lärmquelle, die eine sechszügige Schule mit bis zu 900 Schülern für die Anlieger bedeuten würde.

Der Ortsbeirat 15 trifft sich am morgigen Freitag, 17. Januar, ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum der Kirche St. Lioba, Ben-Gurion-Ring 16a.

Der Stadtteilarbeitskreis Am Bügel, ein Zusammenschluss der am Ben-Gurion-Ring tätigen sozialen Einrichtungen und Träger, übt ebenfalls Kritik. So stoße eine Schule „mit diesen Dimensionen von Anfang an an ihre Grenzen“. Es gebe kaum Freiflächen, kaum Parkplätze. Auch sei dort kein Platz für eine benötigte Turnhalle vorhanden.

Die Bürgerinitiative Am Bügel wiederum fragt in ihrer Stellungnahme unter anderem nach dem Einfluss, den der Schulbetrieb auf den fließenden und ruhenden Verkehr im Quartier haben werde, nach Änderungen von Wegeführungen und nach der Wirtschaftlichkeit des Projektes.

Was alle drei Stellungnahmen eint, ist zum einen die Feststellung, dass sie nicht generell gegen eine neue Schule sind. Nur der Standort bereite ihnen eben Sorgen. Zum anderen ist es die Kritik an der fehlenden Einbindung der Anwohner und Gremien vor Ort. Zwar war gerade der Beirat „Soziale Stadt“ an der ISEK-Planung beteiligt. Doch in Sachen Schulstandort fühlen sich alle Kritiker nicht mitgenommen.

So erfuhren sie aus der Zeitung von den Plänen. Ein erstes Gespräch des Stadtteilarbeitskreises mit dem Stadtschulamt gab es im Oktober, auf Initiative des Arbeitskreises. Und das sei gerade im Hinblick auf die Fehler der Vergangenheit fatal. Denn die Konsequenz daraus könne nur sein, „die Bewohner in Entscheidungen, von denen sie so unmittelbar betroffen sind, einzubeziehen“.

Günter Murr, Sprecher von Baudezernent Jan Schneider (CDU), betont, dass es Gespräche geben werde mit den Anwohnern, „wenn es denn etwas zu besprechen gibt“. Denn derzeit sei der Standort am Ben-Gurion-Ring nur eine Option. Die Verhandlungen liefen noch, unterschrieben sei noch nichts. „Das hängt an mehreren Faktoren“, sagt Murr.

Im Ortsbeirat 10 ist man sich mit den Kritikern einig, noch mehr Informationen erhalten zu wollen. Den Ortsbeirat 15 werden die Anwohner auch noch informieren.

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