Schulen

Kritik an Frankfurter Schulentwicklungsplan

  • Sandra Busch
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Im Bildungsausschuss diskutieren die Stadtverordneten über den Plan, elf neue Schulen zu gründen. Es geht um fehlende Grundstücke, um Realschulen und um dreistellige Millionenbeträge.

Elf neue Schulen will die Stadt Frankfurt bis zum Schuljahr 2024/2025 eröffnen. Acht Grundschulen, ein Gymnasium, eine integrierte Gesamtschule und eine kooperative Gesamtschule. Das geht aus der Aktualisierung des Schulentwicklungsplans hervor, den Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) vorgelegt hat. „Dass es nur ein Gymnasium ist, ist bedauerlich“, kritisierte Stefan von Wangenheim (FDP) am Montagabend im Bildungsausschuss. Der Wunsch nach Gymnasien sei hoch. „Und dass es keine Realschule geben wird, ist das nächste Manko.“

Das fand auch Sabine Fischer, bildungspolitische Sprecherin der CDU im Römer. „Die Realschulen bekommen mehr Zulauf inzwischen.“ Das hatte kurz zuvor Dieter Sauerhoff vom Staatlichen Schulamt dargelegt. Die Quote im Übergang von der vierten Grundschulklasse in die fünfte Klasse einer Realschule sei gestiegen. „Es wäre begrüßenswert gewesen, wenn auch eine neue Realschule gegründet würde“, sagte Fischer.

Weber führte aus, dass die Kapazität an Realschulplätzen durch die Erweiterung zweier bestehender Schulen und durch eine neue kooperative Gesamtschule (KGS) mit Realschulzweig aufgestockt würde. Die Gymnasialkapazitäten würden durch die KGS ebenfalls erweitert. „Und der gymnasiale Zweig einer KGS ist von der Qualität mindestens genauso gut wie ein Gymnasium“, sagte Weber.

Hubert Schmitt (SPD) sprach von einer „Herkulesaufgabe“, in den nächsten vier Jahren elf neue Schulen zu gründen. Und er sprach von einem dreistelligen Millionenbetrag, der investiert werden müsse. Uwe Paulsen (Grüne) sah wegen der Finanzierung eine „schwierige Debatte im Herbst“ auf die Politiker zukommen. Denn auch die Corona-Krise muss bezahlt werden. „Das kostet im schlimmsten Fall eine Milliarde Euro“, sagte Paulsen. „Es muss aber dabei immer klar sein, dass die Bildungsausgaben Priorität haben in den nächsten Jahren – trotz Corona.“

Wangenheim wies auch darauf hin, dass die vergangenen Jahre „um Grundstücke für Schulen“ gerungen wurde. Ein Schulentwicklungsplan mache nur Sinn, wenn auch die Grundstücke da seien. Denn schon die vergangenen Aktualisierungen hätten zum Teil wegen fehlender Grundstücke nicht realisiert werden können. Ursprünglich sollte „in acht Wochen ein Gymnasium Mitte-Nord starten“, sagte er. Doch das wird es nicht. „Wenn das so weitergeht, dann ist der Plan nur Papier.“

Weber sagte, im Dezernat werde erhoben, was an Plätzen gebraucht werde und wann sie gebraucht würden. „Eine Schulentwicklungsplanung ist eine Bedarfsplanung, keine Bauplanung.“ Der Plan zeige, dass „wir es eilig haben.“ Die Umsetzung hänge dann von den realen Gegebenheiten ab. Und wenn die Zahl der Schüler in nachverdichteten Gebieten steige, sei es schwierig, dort Grundstücke für Schulen zu finden.

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