+
Elterntaxis stellen laut Verkehrspolizei oft eine Gefahr für die Schüler dar.

Sicherheit

Polizei geht gegen Elterntaxis an Frankfurter Schulen vor

  • schließen

Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, stellen laut Verkehrspolizei oft eine Gefahr dar. Nun soll Aufklärung betrieben werden.

Jeden Morgen vor Schulbeginn wiederholen sich die Bilder vor Frankfurts Schulen: auf Gehwegen parkende Autos, rangierende Fahrzeuge und Eltern, die ihre Kinder auf offener Straße aus dem Auto lassen. Das birgt laut der Städtischen Verkehrspolizei Gefahren, nicht nur für andere Verkehrsteilnehmende, sondern vor allem für die Kinder, die zwischen den Autos umherlaufen und von den fahrenden Eltern übersehen werden könnten.

Diesen Montagmorgen ist die Verkehrspolizei an der Theobald-Ziegler-Schule in Preungesheim vor Ort und spricht mit den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Die Beamten wollen sie auf mögliche Gefahren aufmerksam machen.

Eltern sollen auf Elterntaxi verzichten

Jetzt - am Ende der Sommerferien - startete Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) gemeinsam mit der Schulleiterin der Theobald-Ziegler-Schule, Anita Weber, und dem Leiter der Direktion Verkehrssicherheit im Polizeipräsidium Frankfurt die Verkehrssicherheitswochen. Die Verkehrspolizei führt nun wieder schwerpunktmäßig Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen in Frankfurt durch. Dabei kommt auch ein Enforcement Trailer - ein vollautomatischer Geschwindigkeitsmesser - zum Einsatz.

Darüber hinaus führen Teams der Verkehrspolizei präventive Aufklärungsgespräche und ahnden auch Fehlverhalten. Durch die Geschwindigkeitskontrollen soll dem zu schnellen Fahren Einhalt geboten werden.

Das könnte Sie auch interessieren: Politik gehört in die Schule

„Wir wollen die Eltern bitten, auf das Elterntaxi zu verzichten. Die Kinder sollen auch mal alleine gehen oder können zu Fuß von den Eltern begleitet werden, um sich den Schulweg einzuprägen“, sagt Stadtrat Oesterling. Und was ist mit Kindern, die gefahren werden müssen, weil ihr Schulweg sonst schlicht zu lang wäre? „Gerade in Frankfurt sind eigentlich alle Schule fußläufig erreichbar“, antwortet ein Verkehrspolizist.

Chaotische Zustände durch Elterntaxis

Das unterstützt auch Schulleiterin Anita Weber. Sie spricht von teilweise chaotischen Zuständen, wenn die Autos in die Sackgasse vor ihrer Schule fahren und dann entweder rückwärts herausfahren oder umständlich drehen. Dabei entstünden manchmal brenzlige Situationen. Wenn die Kinder liefen - so Weber weiter - fördere das außerdem die Selbstständigkeit.

Lesen Sie hier über sichere Halteplätze für Elterntaxis

„Zwar sind die Zahlen der Unfälle, an denen Kinder beteiligt sind seit 2016 rückläufig, aber auf den Zahlen wollen wir uns nicht ausruhen“, betont Oesterling.

Der zweite Kontrollschwerpunkt der Verkehrspolizei werden Radwege sein. Diese werden immer häufiger durch Falschparker blockiert, sodass es für Radfahrende kein Durchkommen mehr gibt. Dadurch kommt es ebenfalls vermehrt zu Unfällen. Dagegen soll nun auch verstärkt vorgegangen werden.

Lesen Sie auch:

Deutsches Kinderhilfswerk und Verkehrsclub Deutschland: Kinderschützer wollen Elterntaxis abschaffen

Hol- und Bringzonen: Neue Strategie gegen Elterntaxis

Kinder im Straßenverkehr: Jedes fünfte Kind wird im Elterntaxi chauffiert

Kreis Offenbach: Laufbus statt Elterntaxi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare