Bornheim

Kritik an Bornheimer Parkzonen

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Ortsbeirat will Ausnahmen für Gewerbetreibende, die in Bornheim arbeiten, aber nicht wohnen. Seit Anfang des Jahres müssen sie wochentags ein Ticket für ihr Auto kaufen.

Gewerbetreibende, die in Bornheim arbeiten, aber nicht wohnen, sollen künftig einfacher einen Parkplatz finden können. Dafür spricht sich der Ortsbeirat 4 in mehreren Anträgen aus, die er in seiner Sitzung am Dienstagabend auf den Weg gebracht hat. Das Gremium fordert Ausnahmen für die Parkraumbewirtschaftung. Das Verkehrsdezernat lehnt Sonderregeln bisher ab.

Anfang des Jahres hat die Stadt die erste von vier Zonen im nördlichen Bornheim eingerichtet, in der wochentags ein Parkticket fällig wird oder ein Bewohnerparkausweis vorhanden sein muss. Nach den Sommerferien wurde der zweite Bereich aktiviert, in dieser Woche der dritte. Die letzte Zone zwischen Bornheimer Hang und Berger Straße wird im Oktober eingerichtet.

Nach Ansicht einer Mehrheit im Ortsbeirat gefährdet die Parkzonen kleine Betriebe und Dienstleister in ihrer Existenz, „wenn sie nicht die Möglichkeit bekommen, gewerblich genutzte Fahrzeuge als solche anzumelden“, argumentieren Grüne, CDU, FDP und Die Frankfurter. Durch die Parkregelung sei „die gewachsene Struktur Bornheims in Gefahr“, es drohe die allmähliche Umwandlung in ein reines Wohngebiet mit allen damit verbundenen Nachteilen.

Die Fraktionen fordern etwa, dass für jedes gewerblich genutzte Fahrzeug die schon gebräuchliche Ausnahme für Bewohnerparkzonen beantragt werden kann. Eine Begrenzung der Fahrzeuge pro Betrieb soll es nicht geben. Fahrzeuge von Pendlern, die in der Zone einen Job haben, sollen als gewerblich angemeldet werden können. Zudem will der Ortsbeirat, dass Bewohner ihre Autos auf beide Straßenseiten abstellen dürfen, wenn die Grenze einer Zone in der Mitte der Straße verläuft.

Eine Frau, die An den Röthen einen Service für Senioren anbiete, berichtete Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne), dass ihre zum Teil gehbehinderten Kunden sie nur noch gegen Gebühr aufsuchen könnten. Sie forderte, dass ihre Klienten mittags zwei Stunden gratis bei ihr parken können. Dann sei dort ohnehin alles frei. Kritik an der Parkraumbewirtschaftung kam auch vom Orthopädie-Fachgeschäft in der Eberhardstraße. Die Firma benötige zwei Autos, um Bestellungen auszufahren, so Steib. Die Autos seien aber zu klein, um einen Handwerkerparkausweis beantragen zu können. Täglich ein Ticket zu ziehen, sei zu teuer.

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