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Kritik an Baumfällungen am Interconti

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Von: Fabian Böker

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Das Hotel Intercontinental soll saniert und ergänzt werden. Bäume müssen dafür weichen.
Das Hotel Intercontinental soll saniert und ergänzt werden. Bäume müssen dafür weichen. © christoph boeckheler*

Anwohner und Anwohnerinnen äußern ihre Bedenken bei einem Vor-Ort-Termin am Hotel Intercontinental. Dass es Ersatzpflanzungen geben soll, kann sie zumindest etwas beruhigen.

Die Sanierung und Erweiterung des einstigen Hotels Intercontinental in der Wilhelm-Leuschner-Straße im Bahnhofsviertel ist umstritten. Der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhof, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) hatte sich in der Vergangenheit kritisch geäußert. Doch auch Anwohner und Anwohnerinnen haben so ihre Fragen zu dem Bauvorhaben, wie am Dienstagnachmittag deutlich wurde.

Bei einem durch den Ortsbeirat angeregten Vor-Ort-Termin im ehemaligen Fünf-Sterne-Hotel haben Vertreter:innen des Stadtplanungsamtes und des zuständigen Architekturbüros Collignon ihre Pläne noch einmal ausführlich vorgestellt. Das 21-stöckige Haus aus dem Jahr 1963 wird demnach umfassend saniert und danach wieder als Hotel genutzt. Hinzu kommen ein etwa 5000 Quadratmeter großes neu zu bauendes Bürogebäude mit Co-Working-Plätzen an der Wilhelm-Leuschner-Straße sowie ein dreiteiliger Wohnkomplex auf der Mainseite, mit rund 70 Wohnungen auf etwa 8000 Quadratmetern. Ein Durchgang soll den direkten Weg vom Bahnhofsviertel zum Main ermöglichen.

Doch zu diesen Plänen hatten die Anwesenden Fragen. Zentrales Thema dabei waren die Bäume. Denn die derzeit noch auf dem Hotelgelände stehenden 16 Bäume werden ausnahmslos gefällt. Das stellten die Verantwortlichen klar. Dafür nannten sie mehrere Gründe. Zum einen würden manche Bäume schlicht genau dort stehen, wo gebaut wird. Zum anderen seien manche Bäume aber derart beschädigt, dass aufwendige Maßnahmen, sie zu retten, nicht zielführend seien.

Da wollte Alexander Mitsch nicht lockerlassen. Er ist einerseits Anwohner, andererseits sitzt er für die Grünen, die den Vor-Ort-Termin angeregt hatten, im Ortsbeirat. Er wollte wissen, warum es lohnenswert sei, ein jahrzehntealtes Hotelgebäude zu erhalten, nicht aber, dasselbe mit den teilweise noch älteren Bäumen zu machen.

In diesem Zusammenhang erklärten die Verantwortlichen, dass es dafür Ersatzplanungen gebe. Sieben neue Bäume würden gepflanzt, hinzu kämen auf der Seite der Wilhelm-Leuschner-Straße diverse mehrstämmige Sträucher in Hochbeeten. Diese, so die Architekten, seien nicht zu verwechseln mit kleinerem Gestrüpp. Sie passten sich der Umgebung besser an als Bäume und könnten zudem auch fünf bis acht Meter hoch werden.

Aber auch zur Frage der Erhaltungswürdigkeit des Hotels äußerte sich einer der Planer. Ein Abriss sei zum einen nicht nachhaltig, zum anderen würde er der historischen Bedeutung eines solchen Gebäudes nicht gerecht werden. Stattdessen wolle man mit der Neugestaltung erreichen, „dass sich das Gebäude zur Stadt öffnet, dass die Menschen drumherum mit ihm kommunizieren können“. Daher werden auch eine Bar und Einkaufsmöglichkeiten enthalten sein, die Menschen sollten sich dort begegnen.

Ein Anwohner kommentierte das lakonisch, dass es ihm schwerfalle, mit Fassaden zu kommunizieren. Ernster Hintergrund seiner Anmerkung war aber die Befürchtung, dass die Neubauten die Sicht zum Main versperren würden. Diese Befürchtung teilten Architekten und Stadtplanungsamt nicht, denn die neuen Gebäude seien genauso breit wie das eigentliche Hotel.

Das soll in rund zwei Jahren als Luxushotel wieder eröffnet werden. Von den rund 70 Mietwohnungen, die entstehen, sollen dagegen 30 Prozent geförderter Wohnungsbau sein.

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