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Das Parksystem in Frankfurt sorgt weiter für Unmut. 

Verkehr

Kritik am Parksystem

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Das Parksystem in Frankfurt sorgt weiter für Unmut. Handel und Handwerk fühlen sich stark benachteiligt und fordern eine Sonderlösung für Betriebe und Kunden.

Das neue Parkraummanagement der Stadt stößt bei Handel und Handwerk zunehmend auf Kritik. Kaweh Nemati, dem auf der Berger Straße ein Modegeschäft gehört, findet die Situation sogar „existenzgefährdend“. Der Unternehmer rechnet vor, dass Anwohner durch das neue System für 25 Euro im Jahr einen Parkplatz sicher haben, seine Angestellten aber 5000 Euro jährlich ausgeben müssten, wenn sie mit dem Auto zur Arbeit kommen wollten.

Die Stadt Frankfurt richtet sukzessive ein gebührenpflichtiges Parken in den innenstadtnahen Stadtteilen ein, Auf öffentlichen Stellplätzen werden zwei Euro pro Stunde fällig. Das sei zu viel für Kunden und Mitarbeiter, findet Nemati. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Untere Bergerstraße hatte für Dienstag Vertreter aus Handwerk und Handel in sein Geschäft eingeladen, damit sie ihrem Ärger gemeinsam Luft machen können.

Martina Genzel, die einen Metallbaubetrieb in Bornheim führt, findet, bei der neuen Parkraumbewirtschaftung seien „die Konsequenzen nicht bedacht worden“. Sie werde keine Mitarbeiter mehr finden, wenn diese nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren dürften. Auch Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer, hält das neue Parkkonzept für „zu kurz gedacht“ und fordert mehr Augenmaß von der Stadt. Caspar malt angesichts der Parkgebühren ein düsteres Bild. In einem „schleichenden Prozess“ würden sich die Betriebe an den Stadtrand oder aus der Stadt verlagern und die Kunden dann ins Auto steigen müssen, um zu den Betrieben zu kommen. Das sei jedoch nicht ökologisch, mahnt Caspar und schlägt ähnlich wie in München vor, dass die Gewerbetriebe für eine moderate Gebühr ebenfalls einen Parkausweis für das ganze Jahr erhalten sollten.

Unternehmer Nemati schlägt vor, die Parkzeiten unter Anwohnern und Anliegern aufzuteilen. Morgens und abends dürften Anwohner parken, tagsüber Anlieger und Kunden. Nemati wäre auch bereit, die erste Stunde Parken für seine Kunden zu übernehmen, wenn es dafür abrechnungstechnisch eine Lösung gebe. Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer, berichtet von einem Besuch in Hanau, wo ihm ein Ladenbesitzer eine Parkkarte gegeben habe, damit er als Kunde dort während des Besuchs kostenlos habe parken können.

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