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Die Krise nutzen

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Wichtig ist, dass die Politik jetzt die öffentliche Aufmerksamkeit nutzt, um die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Lange war die Psychiatrie so etwas wie ein fremder Planet – weit weg. Jetzt steht sie auf einmal im Blickpunkt der Öffentlichkeit wegen tatsächlicher und vermeintlicher Missstände am städtischen Klinikum in Höchst und am Universitätklinikum.

Beide Berichte, die Wallraff-Reportage und die „defacto“-Sendung, tragen mit ihren Horrorbildern dazu bei, das Ansehen dieser Fachrichtung und ihres Personals zu beschädigen. Dies könnte dazu führen, dass sich Patienten mit einer schweren psychischen Störung nicht mehr behandeln lassen wollen. Das wäre fatal, denn mit einer medizinischen Behandlung können oft gute Erfolge erzielt werden.

Ob man tatsächlich von einer Krise in der Psychiatrie sprechen kann, wird sich zeigen. Wichtig ist, dass die Politik die öffentliche Aufmerksamkeit nutzt, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu gehören geeignete Räumlichkeiten, genügend qualifiziertes Personal und eine bessere Verzahnung von stationären und ambulanten Angeboten. Früher wurde oft gesagt, die Psychiatrie habe keine Lobby. Diese Zeit sollte vorbei sein.

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