+
Alles sauber im Freibad Hausen - kein Wunder, sondern Hygienekonzept und keine Badegäste. Noch.

Bäder

Kreisverkehr und Online-Slots in Schwimmbädern in Frankfurt

  • schließen

Die Frankfurter Bäderbetriebe wollen endlich loslegen und haben ein ausgefeiltes Konzept.

Die Sonne strahlt vom Himmel, die Becken sind randvoll und das Wasser gluckst, während Boris Zielinski gesteht: „Da blutet einem schon das Herz bei diesem Wetter.“ Der Chef der Frankfurter Bäderbetriebe hat am Montag auf Anfrage der CDU-Fraktion ins Hausener Freibad eingeladen, um nochmal ganz deutlich zu machen: Wir wollen öffnen und wir sind bereit. Bislang allerdings schwimmen nur die Pollen der Pusteblumen im Wasser.

Schon Ende April hatten die Bäderbetriebe ein Konzept vorgelegt, wie die stufenweise Öffnung der Schwimmbäder funktionieren könnte. Zunächst für die Vereinsschwimmer, dann für die breite Öffentlichkeit. Das Konzept sieht Schwimmen im Kreisverkehr vor, um Begegnungen im Becken zu vermeiden, auch wenn sich Zielinski sicher ist, dass es im Wasser dank der Chlorung „absolut hygienisch“ sei. Damit es auch an Land keine Chance für die Übertragung des Virus gibt, sollen Badegäste Abstände einhalten und zusätzliches Reinigungspersonal für maximale Sauberkeit sorgen.

Doch bei aller Vorsicht weiß auch Zielinski: „Tausende Menschen im Freibad wie sonst ist diesen Sommer nicht realisierbar.“ Und schon werden Erinnerungen wach an vergangenen Sommer, als die Menschen bei glühender Hitze die Freibäder regelrecht belagerten. Um einen Ansturm vor den Kassen in den Sommermonaten zu vermeiden, denken die Bäderbetriebe über eine Vergabe von Schwimmbad-Zeiten vorab im Internet nach. Mit der Junior-Karte der Bäderbetriebe hat die Stadt erste Erfahrungen mit der Online-Verwaltung gesammelt. Gut möglich also, dass sich Badegäste in diesem Sommer online ihren Slot fürs Freibad sichern müssen, um Andrang an den Kassen zu vermeiden.

Doch zunächst mal müssen die Bäder ja öffnen. Aus dem zuständigen Hessischen Sozialministerium hieß es dazu am Montag auf FR-Anfrage, der „reguläre Schwimmbadbetrieb“ bleibe mindestens bis zum 5. Juni ausgesetzt. Ob das auch die Vereine betrifft, blieb zunächst unklar. Am ausgefeilten Konzept kann es nicht liegen, denn das sei mittlerweile bundesweit auch von anderen Schwimmbädern nachgefragt, betont Sportdezernent Markus Frank. Ein bisschen Vorlauf brauchen die Frankfurter Bäder ohnehin, denn nur im Hausener Freibad sind die Becken voll. In den anderen Freibädern werde es nach der offiziellen Erlaubnis aus Wiesbaden etwa 14 Tage dauern, bis das Wasser so schön gluckst wie in Hausen.

Die Sommersaison in den Schwimmbädern in Offenbach und Darmstadt soll bald starten. Besucher müssen sich auf Corona-Beschränkungen einstellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare