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Ann-Sophie dekoriert Doppelkekse bei der Kreativwelt.  

Kreativwelt

So schön war die Kreativwelt in Frankfurt

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Tausende Besucherinnen strömen am Wochenende  in die Hallen der Frankfurter Messe.

Schon bevor Effi Roubert die Hallen der „Kreativ Welt“ überhaupt betritt, beginnt sie sich zu filmen. Die 26-jährige Frankfurterin hat nämlich erst vor kurzem ihren Youtube-Kanal „Effi’s World“ gestartet. „Ich bringe dort alles, was mich interessiert. Und ich will auch den Leuten im Ausland zeigen, was in Frankfurt so alles passiert. Deswegen ist mein Kanal auch auf Englisch“, erzählt sie. „In Zukunft will ich aber auch DIY (Do-it-yourself)-Videos machen. Ich liebe es nämlich zu basteln.“

Da ist sie an diesem Wochenende genau richtig hier. Denn bei der 25. Ausgabe der „Kreativ Welt“ in den Frankfurter Messehallen bieten um die 300 Ausstellerinnen und Aussteller auf zwei Etagen alles was Fans von Basteln, Malen, Stricken, Schmuck und Torte-Dekorieren so sehr lieben. Dort gab es seit Donnerstag auch Dinge, von denen Bastelfremde noch nie etwas gehört haben, geschweige denn wissen, was sie damit machen sollten: von Stanzschablonen über Micro-Glitter-Sticker-Bogen bis hin zu Workshops, bei denen man sich seine eigene „Heilige Familie“-Weihnachtskugel bastelt. Geräuschmäßig ist ein Workshop am auffälligsten: Frauen hämmern und bohren sich an einem Stand Amulette aus Besteck zurecht.

Die Auswahl auf der Messe ist genauso erschlagend wie die Menschenmenge. Gerade in Halle 1.1 ist es sehr warm und reizüberflutend. „Das sind schon sehr viele Eindrücke“, fasst es eine Frau zusammen. Tausende Menschen, die meisten Frauen jedes Alters, laufen mit vollen Tüten umher. Zwei Damen aus der Nähe von München haben sich rote Einkaufstrolleys im Partnerlook gekauft. „Darin transportierten wir alles, was uns gefällt. Das ist besser, als dauernd mit vollen Tüten umherzulaufen; die quetschen die Finger so ab“, sagt eine der Frauen. Ihre Freundin erklärt den Konsumrausch in ihrer Landessprache: „Mia san echte Bastelfans.“

Modeschmuck am Stand selbst basteln.

Derweil sucht Ronja (26) nach einem Totenkopf-Plätzchenausstecher. „Das ist mal etwas anderes, und dazu gibt es schwarzen Zuckerguss“, sagt sie und lacht. Ihre Freundin Jana (25) sucht vor allem Wolle. „Ich liebe Pullis im skandinavischen Design und möchte einen stricken“, sagt Jana. Angesagt ist immer noch die Farbe senfgelb.

Vor allem das „senfgelbe Jersey“ in Cordlook, das am Samstag schon ausverkauft ist. „Das sieht aus wie Cord, aber fühlt sich eben viel weicher an“, betont Saskia Krieger vom Wolle-Lädchen in Marburg.

Miriam (17) aus der Nähe von Mainz schaut sich an einem Stand kurz ein paar Kuscheltiere aus Stoff an. „Also, meine Oma strickt Kuscheltiere selbst; wäre sie hier, wäre sie eine große Konkurrenz. Denn das, was meine Oma macht, ist ‚next level shit‘“, sagt sie.

Ja, ein paar Männer sind auch hier. Die meisten schauen grimmig, sind sie auch in der Regel nur zum Taschentragen und Frau-Supporten hier. Ein Herr aus Fulda steht so etwas verloren an eine Wand gelehnt. In einer Tüte hat er die Jacken, in der anderen die Bastelbeute seiner Frau. „Wir sind heute um 8 Uhr mit einem Reisebus, der aus Fulda direkt zur Kreativ-Messe fuhr, hergekommen. Wir bleiben bis 17 Uhr“, erzählt er. Überhaupt parken sehr viele Reisebusse vor der Messe.

„Ich selbst mag Basteln nicht, aber ich bin meiner Frau zuliebe hier“, sagt er und lächelt.

„Frankfurt ist die kleinere Messe. Im Frühjahr sind wir immer bei einer Kreativ-Messe in Dortmund. Dort gibt es fünf statt wie hier nur zwei Hallen“, sagt der Mann aus Fulda. In diesem Moment kommt seine Frau um die Ecke. Auf die Frage, ob sie auch mal einen Tag an einem Ort verbringt, den sie nur ihm zuliebe besucht, antwortet sie: „Das würde ich ja, aber mein Mann hat kein Hobby.“ Ihr Mann nickt und lacht. Dann sagt er aber noch: „Am liebsten mag ich Natur und Ruhe.“

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