Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Vorstand: Josef Grunenburg und Aroon Nagersheth (v.l.).
+
Der Vorstand: Josef Grunenburg und Aroon Nagersheth (v.l.).

Sachsenhausen

Kreative stützen sich gegenseitig

  • vonStefanie Wehr
    schließen

Der neue Gewerbeverein will, dass das Brückenviertel in Frankfurt-Sachsenhausen wieder auflebt.

Im Brückenviertel ist es dieser Tage so grau und menschenleer wie in jedem anderen Stadtviertel hibb- und dribbdebach. Wer Abwechslung von der Ödnis sucht, könnte einmal bei der „Galerie Brücke“ ins Schaufenster schauen: Farbenfrohe Gemälde, Skulpturen und Fotografien leuchten förmlich um die Wette. Und es kommt Nachschub: Mit-Galerist Aroon Nagersheth hat vor kurzem seine frisch gerahmten Fotos von Frankfurter Treppen aufgehängt.

Nagersheth ist einer der Umtriebigen im Viertel. „Es ist gut, im Laden zu sein, auch wenn wir gerade nicht öffnen dürfen. Man zeigt dadurch aber, dass man da ist und die Stellung hält“, sagt der Fotograf. Nagersheth ist deshalb auch im Gewerbeverein Brückenviertel aktiv, der sich gerade neu formiert hat. Zusammen mit Josef Grunenberg vom „Apfelweinkontor“ bildet er den neuen Vorstand. Sie lösen Lorenzo Bizzi und Susanne Stahl ab.

„Wir wollen, dass das Viertel nach Corona wieder auflebt“, sagt Grunenberg. Nur etwa sieben der rund 65 Geschäfte im Viertel sind derzeit normal geöffnet, die Resignation ist groß.

Im Hof vor dem „Apfelweinkontor“ war bis vor zweieinhalb Jahren der „Markt im Hof“ der samstägliche Anziehungspunkt – mit Essensständen, Bierbänken und viel Apfelwein im Hof und einer Markthalle. „Wir hoffen, dass es ein wöchentliches Event wie dieses wieder geben wird“, sagt Grunenberg. „Denn ein kreatives Viertel braucht solche wiederkehrenden Anlässe, wie auch das Late-Night-Shopping.“

Einzigartige und spezielle Läden

Bei diesen Abend-Events trauten sich viele Interessenten überhaupt erst in die Läden, um sich etwas Besonderes zeigen zu lassen, erläutert Nagersheth. Und es gehe darum, die Leute dafür zu begeistern, auch außerhalb der Events mal durchs Viertel zu flanieren – „Frankfurter etwa, die aus dem Nordend hierher kommen“, weil sie das besondere Flair des Karrees zwischen Elisabethen-, Walter-Kolb- und Schifferstraße anzieht.

Sogar im Corona-Jahr ging das Nacht-Shopping mitsamt DJ über die Bühne. Ein einziges Mal, im Sommer. Das „Brückenwall“-Straßenfest hingegen, bei dem es die Besucher „krachen lassen“, fand 2020 wegen Corona nicht statt. Das Late-Night-Shopping soll es in Zukunft weiterhin geben, „am besten vier Mal im Jahr mit thematischen Schwerpunkten“.

Das Brückenviertel ist bekannt für seine einzigartigen und speziellen Läden. Hier verkaufen Mode-Designer, Künstler, Schuhmacher ihre Ware, es gibt Cafés, Eismacher, einen Barbier, zwei Plattenläden und einen Krimi-Buchladen. Dazwischen halten sich die alteingesessenen Geschäfte wie der Bäcker Hanss und die Metzgerei Tombers.

Manches wirkt schräg wie der Lack-, Leder- und Neopren-Shop „Raw Frankfurt“, anderes ist bodenständig wie der Bembelladen der Töpferei Maurer. Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind Restaurants wie das „Lobster“, die Apfelweingaststätte „Atschel“ und das „Atelier des Tartes“ von Aurélie Matschoss. Sie alle unter einen Hut zu bekommen, so dass man sich gegenseitig „bewirbt“ und die Kundschaft „auf einen Kaffee rüberschickt zu Aurélie“, ist das Ziel für die Zukunft. „Wir sind alle Individualisten mit einem gesunden Unternehmergeist und von keinem Großkonzern abhängig“, findet Nagersheth. „Deshalb ist es für uns ein Leichtes, Ideen zu entwickeln, wie wir gemeinsam das Viertel voranbringen.“ Gefragt sei eine Strategie, wie man das Viertel als Ganzes nach außen hin darstelle. Eine virtuelle Plattform im Internet ist angedacht.

Unterstützung für ihr Anliegen bekamen die Brückenviertler schon mehrmals von der Wirtschaftsförderung Frankfurt. Zwei Mal fand die Gewerbeschau „Frankfurt am Start“ schon im Viertel statt, 2018 und 2019. „Das hat uns sehr geholfen, es ist toll, dass die Stadt Frankfurt das anbietet“, lobt Grunenberg.

Für dieses Jahr liegt die Hoffnung – außer darauf, dass das Coronavirus zurückgedrängt wird – auf der Fashion Week im Juli. Die Höfe oder die Ausstellungshalle 1A in der Schulstraße könnten genutzt werden, um coronakonforme Mode-Events durchzuführen. „Dafür bewerben wir uns auf jeden Fall“, kündigen die beiden Vereinsvorstände an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare