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Kreative Solarflitzer wetteifern auf dem Frankfurter Römerberg

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600 junge Menschen lassen auf dem Römerberg ihre Eigenbauten fahren. Monika Müller
600 junge Menschen lassen auf dem Römerberg ihre Eigenbauten fahren. Monika Müller © Monika Müller

Schülerinnen und Schüler basteln in Frankfurt kreative wie flotte Boote und Autos für ein „Solarrennen“. Von Jan-Erik Bischoff.

Sonne bewegt – unter diesem Titel sind am Donnerstag 600 Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt, Hochheim und Rodgau angetreten, um zu sehen, wer die besten Solarfahrzeuge baut. Das Rennen veranstaltet der Verein Umweltlernen in Frankfurt. 80 Boote schippern über den eigens angelegten Pool auf dem Römerberg. 220 Autos fahren um die Wette.

Trotz der Solarantriebe ist es laut. Die Kinder feuern lautstark ihre Lieblingsteams an, auch die Freudenschreie der Gewinner:innen schallen weit über den Platz. Wichtig ist den Punktrichterinnen und -richtern, dass die Teilnehmenden ihre Konstruktionen nachhaltig fertigen, nur Recyclingmaterial durften sie verwenden. Die Boote sind also meist aus Plastikflaschen, Korken und Getränkekartons gebaut. Darauf muss das Solarpanel und der Rotor angebracht werden. Bei den Autos wurde besonders viel Wert auf schlanke und leichte Designs gelegt, die meisten der Rennwagen bestehen aus dünnen Holzplatten oder Streben, die auch noch genug Stabilität bieten konnten.

So auch „Speedy“, das Gefährt von Oskar Hengelhaupt von der Schule am Ried. Speedy kommt nach mehreren Rennläufen als erstes Vehikel ins Ziel, sein Erbauer erhält als Preis eine Solarladestation fürs Handy. Beim Bauen hat Hengelhaupt Wert darauf gelegt, dass sein Auto „besonders leicht und lang ist, damit es geradeaus fährt“. Das Rennen sei aufregend gewesen, auch das Bauen in der Schule und mit seinem Opa zu Hause habe ihm Spaß gemacht, sagt Hengelhaupt.

Beim Bootsrennen holen die beiden Freundinnen Olivia und Betül von der Albert-Schweitzer-Schule in Frankfurt den Sieg. Ihre „Titanic 2.0“ ist schon das zweite Boot, das die beiden gebaut haben. Das erste sei bei einem Testlauf untergegangen. „Wir hatten auch ein großes Boot, aber wir sehen jetzt, dass die Großen immer verlieren“, sagen die beiden glücklich nach ihrem Sieg.

Ihr zweites Boot haben sie aus leeren Milchkartons gebaut, Plastikflaschen-Schiffe gab es schon zu viele. Die Idee könnte ihnen am Ende den Sieg gesichert haben. Als Preis gibt es einen Bausatz für Solargefährte und einen Pokal. Mit dem Bausatz wollen die beiden zu Hause weiterbasteln. Es wird aber nicht nur Geschwindigkeit bewertet. Die kreativsten Autos und Boote bekommen auch einen Preis. Hier haben sich die Schüler:innen viele Gedanken gemacht und wichtige Themen auch außerhalb des Klimaschutzes dargestellt.

Clara Schroeter etwa, die mit ihrem „Demobil“ in dieser Kategorie gewinnt. Sie hat kurzerhand die Worte Demo und mobil vereint und einfach eine Demonstration auf ihrem Wagen installiert: Drahtfiguren stehen darauf mit Schildern in den Händen. Sie demonstrieren gegen den Klimawandel, den Krieg in der Ukraine und Rassismus. Ihr gefällt, dass sie die Themen für das Auto selber aussuchen konnte. Sie konnte kreativ sein und machen, was sie wichtig findet.

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