„Nepalese-German Hospital Project“

Ein Krankenhaus für Nepal

Ist überzeugt von seiner Projektidee: Pradip Yadav.

Der Student Pradip Kumar Yadav plant den Bau eines Hospitals in der medizinisch unterversorgten Terai-Region. Die Unterstützung der Universität Frankfurt und des Bürgerhospitals hat der 31-Jährige sicher.

Von Laura Henkel

Pradip Kumar Yadav hat eine Vision: Er möchte im nächsten Jahr damit beginnen, in Nepal ein Krankenhaus nach europäischen Standards aufzubauen. Das „Terai-Sapahi-Pradip Hospital & Research Center“ soll nahe seines Heimatdorfes Sapahi in der Terai-Region südöstlich der Hauptstadt Kathmandu entstehen, in einer Gegend, die medizinisch noch unterversorgt ist.

Die Idee zum „Nepalese-German Hospital Project“ kam Yadav nach der schweren Erdbebenkatastrophe, die Nepal im April vergangenen Jahres heimsuchte. „Viele Krankenhäuser wurden durch das Beben zerstört. Die Bevölkerungsdichte in der Terai-Region ist mit Kathmandu vergleichbar, aber die medizinische Versorgung ist dort viel schlechter“, erzählte der Student bei seiner Projektvorstellung im Bürgerhospital am Wochenende.

Yadav ist 2008 nach Deutschland gekommen, um am Universitätsklinikum Frankfurt Medizin zu studieren. Dem studentischen Mitarbeiter des Bürgerhospitals liegt es besonders am Herzen, moderne medizinische Geräte für MRT- und CT-Messungen in die Terai-Region zu bringen. Yadav plant die Einrichtung eines Traumazentrums, außerdem sollen Stationen für Neurochirurgie und Endokrinologie in das neue Krankenhaus Einzug halten – all diese Teilgebiete der Medizin sind bisher in Terai noch nicht vertreten. Auch das Angebot einer Facharztausbildung vor Ort ist Bestandteil von Yadavs Konzept.

Der 31-Jährige hat große Pläne. Von der Idee, lediglich eine Station in einem bestehenden Krankenhaus einzurichten, ist er wenig begeistert. Zwar gebe es viele Krankenhäuser, die wieder aufgebaut werden könnten. Dabei handele es sich jedoch um nicht erdbebensichere Rohbauten. „Ein Neubau ist die preisgünstigere Variante“, erklärt auch Professor Johannes Schulze vom Universitätsklinikum.

Yadav kalkuliert für Grundstückskauf und Gebäudebau etwa zwölf Millionen Euro, weitere 15 Millionen könnten für die medizinische und technische Ausstattung hinzukommen. Finanziert werden soll der Neubau über Sponsoren, Vereine, Stiftungen, private Investoren und öffentliche Fördermittel. Das Projekt befindet sich noch im Anfangsstadium. „Wir müssen jetzt über die medizinische, architektonische und finanzielle Grundlage für den Krankenhausbau nachdenken“, erklärt Hans-Jürgen Rapp, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie im Bürgerhospital.

Pradip Yadav hat bisher von medizinischer Seite die Unterstützung der Universität Frankfurt und des Bürgerhospitals sicher. Von Anfang an begleitete ihn auch Manfred Florian Welker, Mitglied des Ortsbeirats 1, der seit Jahren als Wirtschaftsbotschafter verschiedene Länder berät. Welker stellt für das Projekt Kontakte zu Investoren und Banken her, um den Bau des nepalesischen Krankenhauses tatkräftig voranzubringen. Für die architektonische Bauweise gibt es schon Ideen, als Vorbild könnte das „Sunderby Hospital“ in Schweden dienen, dessen Hauptgebäude um verschiedene Krankenhausflügel erweitert wurde. Die Möglichkeit einer Vergrößerung des Hospitals solle jederzeit bestehen.

Yadav ist sich sicher, dass ihm die Umsetzung in den nächsten Jahren gelingen wird. „Ich kenne die Mentalität der Nepaleser und weiß, was das Land braucht“, erklärt er zuversichtlich. Angedacht ist nun zunächst die Gründung eines Vereins von Förderern und Unterstützern des „Nepalese German Hospital Projects“.

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