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Der Betreiber des Elisabethenkrankenhauses befindet sich immer noch in Eigeninsolvenz.

Gesundheit

Krankenhäuser in Nöten

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Der Betreiber des Elisabethen, der für vier weitere Kliniken zuständig ist, will sich neu aufstellen.

Wie die Zukunft des Elisabethenkrankenhaus nach der Eigeninsolvenz Ende Januar dieses Jahres aussehen wird, ist ungewiss. Wie die zuständige Presseagentur auf Anfrage mitteilte, prüft der Betreiber, die Katharina Kasper Viasalus GmbH mit Sitz in Dernbach im Westerwald, mehrere Optionen. Zur GmbH gehören außer dem Elisabethenkrankenhaus vier weitere Krankenhäuser außerhalb von Frankfurt, die sich zum Teil ebenfalls in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. 

Jetzt möchte sich das katholisch geprägte Unternehmen neu aufstellen. Wie Pressesprecher Christoph Möller erklärte, geht es entweder darum, einen „strategisch passenden Dritten“ mit ins Viasalus-Boot zu holen oder aber die Krankenhäuser entweder einzeln oder insgesamt zu verkaufen. Bis Ende April soll eine Entscheidung fallen. Derzeit gebe es „zahlreiche Interessenten“ – sowohl für einzelne als auch für alle fünf Krankenhäuser. Ein Großteil der potenziellen Investoren habe einen konfessionellen Hintergrund.

Der Katharina Kasper Viasalus GmbH gehörte auch das Marienkrankenhaus im Nordend, das inzwischen abgerissen wurde, um Platz für Wohnungen zu machen. Die Fachabteilungen des Marienkrankenhauses sind inzwischen im Elisabethenkrankenhaus untergebracht, das seine räumlichen Kapazitäten durch einen sechs Stockwerke hohen Neubau erweitert hat. Wie viel die GmbH durch den Verkauf des Grundstücks eingenommen hat, sei vertraulich, sagte Möller. Die Kosten für den Neubau auf dem Gelände des Elisabethenkrankenhauses in Bockenheim wurden in der Vergangenheit auf rund 30 Millionen Euro beziffert. 9,5 Millionen dieses Betrages hat das Land Hessen beigesteuert.

30 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden

Pressesprecher Christoph Möller betonte erneut, dass die Patienten von der Eigeninsolvenz nichts bemerken würden, Eigeninsolvenz heißt, dass die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung bleibt und es statt eines Insolvenzverwalters einen sogenannten Sachwalter gibt, der die Sanierungsbemühungen überwacht. Das „Fachabteilungs-Portfolio“, so Möller weiter, solle erhalten bleiben, in einigen Bereichen sei „sogar ein Ausbau des Angebots“ denkbar. Für den Fall einer Übernahme werde das Zukunftskonzept mit dem neuen Betreiber abgestimmt.

Von den knapp 700 Arbeitsplätzen sollen 30 abgebaut werden. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können laut einer Pressemeldung von Viasalus „nahtlos zum 1. Mai“ in eine Transfergesellschaft wechseln. Dort erhalten sie ein halbes Jahr lang rund 80 Prozent ihres Nettoentgeltes. Zusätzlich werden sie mit „gezielten Qualifizierungsmaßnahmen“ bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt.

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