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Die Stadt Frankfurt weitet ein bundesweit einmaliges Angebot aus.

Schwimmbäder

Kostenlose Schwimmkurse für Grundschulkinder in Frankfurt

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Die Stadt Frankfurt weitet ein bundesweit einmaliges Angebot aus.

Es ist noch reichlich Platz gewesen in den Becken des Rebstockbads am Donnerstagnachmittag. Doch die Momentaufnahme täuscht. Denn vor allem die Frankfurter Erlebnisbäder haben einen verstärkten Zulauf, seit die Stadt sich im vergangenen Februar entschloss, Kindern unter 15 Jahren freien Eintritt zu gewähren. Sportdezernent Markus Frank (CDU) spricht ein Jahr später von „einer absoluten Erfolgsgeschichte.“ Mehr als eine halbe Million Gäste unter 15 Jahren nutzten im vergangenen Jahr das kostenlose Angebot der zwölf Frankfurter Bäder.

Inwieweit der Ansturm auf den Gratis-Eintritt zurückzuführen ist, lässt sich allerdings nicht belegen: Zuvor war nämlich in den Bädern das exakte Alter der Kinder und Jugendlichen nicht erfasst worden. Dafür wissen die Bäderbetriebe Frankfurt, dass von den U15-Gästen im vergangenen Jahr rund 35 Prozent Nichtschwimmer waren. Auch das soll sich ändern. „Der kostenlose Eintritt ist nur ein Mosaikstein, um die Schwimmkompetenz unserer Kinder zu stärken“, betont Frank. Die Bäderbetriebe bieten in diesem Jahr deutlich mehr Schwimmkurse an als früher. Im Januar 2019 waren es 79 Schwimmkurse, in diesem Jahr bereits 123. Ab Februar bieten zehn Frankfurter Grundschulen zudem eine kostenlose Schwimm-AG an. Die Stadt hatte alle Frankfurter Grundschulen angeschrieben und das kostenlose Angebot gemacht, knapp ein Dutzend Schulen nahm sofort an. Die Betreuung der Kinder außerhalb des Beckens müssen die Schulen organisieren, die Schwimmlehrer stellen die Bäderbetriebe in Kooperation mit Schwimmvereinen und dem DLRG.

Viel Geld für Schwimmoffensive

Die Stadt lässt sich die Schwimmoffensive für Kinder aus Frankfurt und dem Umland einiges kosten. Denn um den Ansturm auf die Becken zu bewältigen, musste auch mehr Personal für die Schwimmaufsicht und die Reinigung vor Ort sein. Auf etwa zwei Millionen Euro schätzt Bäderchef Boris Zielinski die jährlichen Kosten. Hinzu kommt der Wegfall der Einnahmen für die U15-Eintrittsgelder. Im Gegenzug werden vor allem die Erlebnisbäder von mehr Erwachsenen besucht, die ihre Kinder begleiten und natürlich nach wie vor Eintritt zahlen müssen. Die Kosten für den freien Eintritt wiege das aber nicht auf, verriet Frank.

Auf das vor allem an Sonntagen bei Familien unglaublich beliebte Rebstockbad werden die Badegäste aber wohl ab April kommenden Jahres verzichten müssen. Dann nämlich soll Frankfurts größtes Schwimmbad abgerissen und neu gebaut werden. So zumindest sieht es das Bäderkonzept 2025 vor. Die dabei anstehenden Aufgaben wie auch der Neubau des Familienbads in Bornheim wird Zielinski vorerst als alleiniger Geschäftsführer verantworten müssen. Co-Geschäftsführer Frank Müller, der das Konzept auf den Weg gebracht hatte und dem Unternehmen gut sechs Jahre vorstand, verließ die Bäderbetriebe zu Beginn des Monats aus persönlichen und familiären Gründen.

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