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Korruptionsverdacht bei Hausmeistern an Frankfurter Schulen

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Von: Oliver Teutsch

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17 Hausmeister vom Dienst suspendiert. Zwei Reinigungsfirmen am Pranger.

Ein Korruptionsskandal in der Reinigungsbranche bringt nun auch viele Frankfurter Schulen in die Bredouille. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen 17 Hausmeister an 16 Schulen. Ihnen wird Vorteilsnahme vorgeworfen. Sie sollen von mindestens einer Reinigungsfirma Zuwendungen erhalten haben. Daher seien Ende Juni Durchsuchungen in den Schulen und den Wohnungen der Hausmeister erfolgt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das für die Schulverwalter zuständige Dezernat Bildung und Immobilien räumte am Dienstag auf Nachfrage ein, Staatsanwaltschaft und Zoll hätten die Stadt schon im vorigen Jahr über einzelne Verdachtsmomente gegen Hausmeister informiert. „Die Stadt Frankfurt nimmt mit großer Sorge zur Kenntnis, dass das Ausmaß der Verdachtsfälle größer zu sein scheint, als bisher bekannt und angenommen“, hieß es in einer Mitteilung der Stadt, die umgehend mit dienstrechtlichen Sanktionen und in einem Fall mit einer fristlosen Kündigung reagiert habe. Zudem werde es „eine Neuauflage der Anti-Korruptionsschulungen für alle Schulhausverwalter“ geben.

Die Staatsanwaltschaft habe zudem mitgeteilt, dass ein weiterer Reinigungsdienstleister, der für die Stadt tätig ist, unter Korruptionsverdacht stehe. Die Stadt Frankfurt habe den Dienstleister, der vor allen in zahlreichen Schulen gereinigt habe, „umgehend gesperrt“.

Die Suspendierungen und die Kündigung der Reinigungsfirma stellen die betroffenen 16 Schulen vor personelle Probleme. Dezernentin Sylvia Weber (SPD) fühlt sich „persönlich hintergangen“, gibt sich aber zuversichtlich: „Die Ereignisse haben nicht nur Betroffenheit, sondern auch eine große Entschlossenheit und Solidarität im Kollegium ausgelöst“. Bis zum Beginn der Sommerferien werde ein Vertretungsverbund den Schließdienst und die Präsenz in den Schulen sicherstellen. Auch die Reinigungsdienstleistungen an den betroffenen Schulen müssten bis Ende des Jahres über „Ersatzvornahmen“ geregelt werden.

Die Reinigungsbranche gilt neben dem Baugewerbe als die für Korruption anfälligste Branche. Allein in den vergangenen zwei Jahren hat es deswegen im Rhein-Main-Gebiet drei Großrazzien bei Reinigungsfirmen gegeben. ote

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